Okt 28
2008
Wie groß war Troia?
News in Antikes Griechenland Noch keine Kommentare »Die deutsche Troiaforschung hat wieder einmal für Schlagzeilen gesorgt. Kurz vor Ende der diesjährigen Grabungskampagne ist Ernst Pernicka, der Nachfolger des langjährigen Tübinger Troiaforschers Manfred Korfmann, mit seinem Team im Südosten des Hügels von Hisarlik auf einen 1,4 Kilometer langen Graben und eine Pflasterung gestoßen. Laut Pernicka handelt es sich um einen Verteidigungsgraben, der das bronzezeitliche Troia VI (1700–1300 v. Chr.) umgeben, und einen Torweg, der zu einem „Südosttor“ geführt habe. Das jetzt gefundene Grabenstück ergänzt die bereits aufgefundenen Gräben, die im Nordwesten des Ortes und etwa 400 Meter südlich der befestigten Burg verlaufen. Pernicka sieht in dem die Festung weiträumig umgebenden Graben und weiteren Keramikfunden einen entscheidenden Nachweis für die These, dass das bronzezeitliche Troia eine dichtbesiedelte Unterstadt mit bis zu 10000 Einwohnern besessen habe. Anders als noch Korfmann betont Pernicka allerdings, dass Troia keine reiche Handelsstadt gewesen sei, dafür aber eine bedeutende Residenzstadt mit ausgedehntem Hinterland, identisch mit dem „Ilios“ der homerischen Sagen.
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