Mär 31
2009
Ausländer an Hitlers Ostfront
News in Das Dritte Reich 10 Kommentare »Dies ist ein bisher wenig beachteter Aspekt des Zweiten Weltkriegs: An Hitlers „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ waren Millionen ausländische Soldaten beteiligt. Waren sie Verräter, Patrioten oder nur Kanonenfutter?
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31. Mär 2009 um 10:40
Nicht nur aus besetzten Gebieten - sogar aus neutralen Ländern:
"Wo die eisernen Kreuze wachsen": Hitlers schwedische Soldaten
Diverse Websites, die ich hier nicht verlinken möchte, schätzen dass etwa 1000 Schweizer in der Waffen-SS waren. @ursi, weißt du mehr darüber und was mit diesen Leuten nach dem Krieg wurde?
31. Mär 2009 um 10:48
Nicht nur aus besetzten Gebieten - sogar aus neutralen Ländern:
"Wo die eisernen Kreuze wachsen": Hitlers schwedische Soldaten
Diverse Websites, die ich hier nicht verlinken möchte, schätzen dass etwa 1000 Schweizer in der Waffen-SS waren. @ursi, weißt du mehr darüber und was mit diesen Leuten nach dem Krieg wurde?
Kann ich herausfinden. Habe mir Literatur besorgt. Kann aber einwenig dauern, bis ich antworte.
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31. Mär 2009 um 11:06
Mit diesem Hintergrund wird [I]mancherorts[/I] die Waffen-SS auch als erste "Europäische Militäreinheit" verherrlicht...
31. Mär 2009 um 12:28
Der "letzte" dem das Ritterkreuz verliehen wurde, war doch, glaube ich zumindest, Franzose.
Superlative sind immer so eine Sache, also besser: Einer der letzten.
Eins sah ich nirgends in dem Bericht: Francos "Blaue Division"
31. Mär 2009 um 12:33
Diverse Websites, die ich hier nicht verlinken möchte, schätzen dass etwa 1000 Schweizer in der Waffen-SS waren. @ursi, weißt du mehr darüber und was mit diesen Leuten nach dem Krieg wurde?
Vielfach Fremdenlegion, würde ich mal spekulieren.
31. Mär 2009 um 12:46
Hier habe ich mal einen gefunden:
Franz Riedweg ? Wikipedia
31. Mär 2009 um 12:53
Der hat zwar den Krieg nicht überlebt, aber im Wallis geistert immer noch eine Geschichte herum, dass von Werra Leuk bombadieren wollte. Seine Schwester hat bis an ihr Lebensende darunter gelitten, dass ihr Bruder bei der deutschen Luftwaffe war.
Franz von Werra ? Wikipedia
Mehr dann später.
31. Mär 2009 um 13:38
Im Ersten Weltkrieg gab es deutsche Kriegsfreiwillige aus Übersee. Kam das im 2. WK auch noch vor, solange die Herkunftsländer noch neutral waren?
31. Mär 2009 um 15:01
Der hat zwar den Krieg nicht überlebt, aber im Wallis geistert immer noch eine Geschichte herum, dass von Werra Leuk bombadieren wollte. Seine Schwester hat bis an ihr Lebensende darunter gelitten, dass ihr Bruder bei der deutschen Luftwaffe war.

Franz von Werra ? Wikipedia
Mehr dann später.
Jagdflieger schmeißen nicht so oft Bomben.
Hier hat er einen Teil seiner Jugend verbracht.
Gäste- und Tagungshaus Maria Trostin diesem Ort:
http://www.beuron.de/(kann man einen gewissen Repo öfter mal live erleben)
Gab doch einen film: "Einer kam durch"
14. Apr 2009 um 12:09
Wie versprochen, habe ich mich schlau gemacht.
Exakte Zahlen über Schweizer in deutschen Diensten während des zweiten Weltkrieges sind aufgrund quellentechnischer Unzulänglichkeiten nicht möglich. Es lassen sich zirka 870 schweizerische Bürger ermitteln, die in der Eidgenossenschaft niedergelassen sind und dir ihr Land freiwillig Richtung Deutsches Reich verlassen haben um dort zum Heer, zur Luftwaffe, zur Waffen-SS oder zur SA zu melden. Diese 870 können als eindeutig Freiwillige kategorisiert werden. Daneben gibt es noch mindestens 1100 weitere Personen mit einem schweizerischen Pass, bei denen der Grad ihrer Freiwilligkeit nur schwer zu bestimmen ist. Hier sind vor allem Doppelbürger zu nennen.
Dann kommt noch eine Gruppe dazu, die in den zivilen Bereichen des Deutschen Reichs gearbeitet haben.
Insgesamt lässt sich die Zahl der Personen mit einem schweizerischen Pass, die zwischen 1938 und 1945 im Militär oder militärähnlichen Organisationen dem Dritten Reich dienten auf rund 2000 eingrenzen. Während Doppelbürger aufgrund ihres Wehrpflichtstatus mehrheitlich zum Heer, zur Luftwaffe oder zur Marine eingezogen werden, dienen von den knapp 900 schweizerischen Freiwilligen wiederum fast 90 Prozent in der SS, die Masse von ihnen in der Waffen-SS. Weitere 3 Prozent kämpften im Heer und etwa 2 Prozent in der Luftwaffe. Der Rest verteilt sich auf paramilitärische Formationen.
Die Freiwilligen gingen aus verschiedenen Motiven zur SS. Man kann also nicht von einem einheitlichen Motiv sprechen. Zu den Motiven gehören: eine nationalsozialistische oder eine antikommunistische Gesinnung, private und berufliche Probleme, Flucht vor einer Strafverfolgung durch die eidgenössische Justiz, Kriegsbegeisterung oder blosses Abenteurertum.
Strafverfolgung in der Schweiz nach dem zweiten Weltkrieg
Als Grundlage der Be- und Verurteilung dienten vor allem das Militärstrafgesetz von 1927 und daraus hauptsächlich der Artikel 94. Dieser legt fest, dass der Eintritt in eine ausländische Armee als eine Straftat zu werten ist, die mit Gefängnis geahndet wird, in Kriegszeiten sogar mit Zuchthaus. Ausgenommen sind vor dem Verbot lediglich die Doppelbürger mit einem Wohnsitz im betreffenden Fremdland. Verboten ist des Weiteren die Werbung von Schweizern für einen fremden Militärdienst.
Die Urteile gegen die zurückkehrenden Freiwilligen fallen dementsprechend aus. Im Allgemeinen beträgt das Straffmass zwischen sechs und 24 Monaten Haft. In den Fällen, wo noch zusätzlich Landesverrat erkannt wird, erreichen die Strafzumessungen bis zu 20 Jahren Zuchthaus. In rund 50 Fällen kommt es ausserdem - auf anderer Rechtsgrundlage - zur Aberkennung des Aktivbürgerrechts. Überdies wird der Ausschluss aus der Schweizer Armee vorgenommen sowie die Aberkennung des Dienstgrades. Die Verurteilung der Waffen-SS Freiwilligen ist insgesamt härter als die der verurteilten schweizerischen Spanienkämpfer.
Die schweizerischen SS-Freiwilligen im Offiziersrang befanden sich 1945 zumeist in alliierter Kriegsgefangenschaft oder waren im Ausland untergetaucht. Auslieferungsanträge für einige dieser nicht nur wegen ihres Dienstes in einer fremden Armee, sondern auch wegen es "Angriffs auf die Unabhängigkeit der Schweiz" und der Preisgabe von militärischer oder politischer Geheimnise - Landesverrat - juristisch zu belangende Personen werden erstaunlicherweise entweder nur zögerlich oder gar nicht gestellt. Jene Männer bürgert man lieber möglichst frühzeitig aus und verurteilt die meisten von ihnen in Abwesenheit.
In diesem Zusammenhang muss aber noch einiges an Forschungsarbeit geleistet werden. Es gibt nur sehr wenige Arbeiten die sich mit dieser Fragestellung auseinandersetzen und wenn, halten diese Arbeiten einer historischen Prüfung nicht stand.
Noch ein pikanter Nebeneffekt des Dienstes von Schweizern in der Wehrmacht und Waffen-SS.
Die Eidgenossen werden durch ihren Eintritt in das deutsche Militär zu "Landsern". "Landsern ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den deutschen Soldaten. Zugleich ist der Begriff aber auch die Kurzform von "Landsknecht". Und die deutschen Landsknechte sind es, die im 15. und 16. Jahrhundert die Erzfeinde der schweizerischen Reisläufer waren, die ja wiederum als Urväter des "Fremden Dienstes" in der Schweiz gelten.
[SIZE="1"]Quelle: Peter Mertens, Schweizerische Freiwillige in der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1938 bis 1945. In Hans Rudolf Fuhrer: Schweizer in Fremden Diensten. Verlag Neue Zürcher Zeitung. 2006. Seiten: 291 - 311