Am Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurde die Provence römisch, im 1. Jahrhundert v. Chr. eroberte Caesar ganz Gallien, und in der Folge entstand die sogenannte gallo-römische Kultur. Was wissen wir von der Lebensweise der Stammesgruppen, die sich mit den Römern auseinandersetzen mussten?

In der antiken Welt hatten die Kelten einen schlechten Ruf. Im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. litt die Mittelmeerwelt sehr unter ihren von Westeuropa ausgehenden Wanderzügen. Plündernd zogen sie auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten nach Süden und Osten. Schon die Griechen vermuteten, eine akute Überbevölkerung habe die Völkerlawine ausgelöst. Vermutlich entzog eine massive Klimaverschlechterung vielen Bauern die Existenzgrundlage. Die antiken Autoren berichten vom dramatischen Schicksal der Ausgewanderten. An den Lebensumständen derer, die zurückblieben, änderte sich dagegen erstaunlicherweise – so der Befund der Archäologen – wenig. Der Auszug der überschüssigen Bevölkerung entschärfte die kritische Lage offenbar rasch, und schon bald gab es wieder stabile Verhältnisse.
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