Jul 02
2009
Himmler als Zuhälter
News in Das Dritte Reich 4 Kommentare »In der Nazi-Gesellschaft war für Sexarbeiterinnen kein Platz, doch die SS zwang Frauen im KZ zur Prostitution. Ein Forscher hat deren Schicksale nun recherchiert.
Die Geschichte des Dritten Reiches gilt als der am besten erforschte Zeitraum in der deutschen Vergangenheit. Doch auch mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Hitler-Regimes, entdecken Historiker neue Fakten.
Eine im Juni veröffentlichte Doktorarbeit lenkt nun die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen nur wenig bekannten Aspekt der nationalsozialistischen Unterdrückung: Sie schildert das Schicksal von Zwangsprostituierten, die in den Bordellen der Konzentrationslager arbeiten mussten.
Zwar wissen Geschichtswissenschaftler seit Jahren, dass es in zehn Konzentrationslagern sogenannte Sonderbaracken gegeben hat, in denen weibliche KZ-Häftlinge sich im Auftrag der SS prostituieren mussten. Ihre Kunden waren ausschließlich Mithäftlinge, die den Bordellbesuch als Auszeichnung, als Sonderprämie bekamen. SS-Männern war der Besuch des Lagerbordells nicht gestattet. Doch über die Frauen, die dort arbeiten mussten, wusste man bisher kaum etwas.
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Die Geschichte des Dritten Reiches gilt als der am besten erforschte Zeitraum in der deutschen Vergangenheit. Doch auch mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Hitler-Regimes, entdecken Historiker neue Fakten.
Eine im Juni veröffentlichte Doktorarbeit lenkt nun die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen nur wenig bekannten Aspekt der nationalsozialistischen Unterdrückung: Sie schildert das Schicksal von Zwangsprostituierten, die in den Bordellen der Konzentrationslager arbeiten mussten.
Zwar wissen Geschichtswissenschaftler seit Jahren, dass es in zehn Konzentrationslagern sogenannte Sonderbaracken gegeben hat, in denen weibliche KZ-Häftlinge sich im Auftrag der SS prostituieren mussten. Ihre Kunden waren ausschließlich Mithäftlinge, die den Bordellbesuch als Auszeichnung, als Sonderprämie bekamen. SS-Männern war der Besuch des Lagerbordells nicht gestattet. Doch über die Frauen, die dort arbeiten mussten, wusste man bisher kaum etwas.
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02. Jul 2009 um 15:04
Eine im Juni veröffentlichte Doktorarbeit lenkt nun die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen nur wenig bekannten Aspekt der nationalsozialistischen Unterdrückung: Sie schildert das Schicksal von Zwangsprostituierten, die in den Bordellen der Konzentrationslager arbeiten mussten.
Es ist sicher zu begrüßen, dass sich jemand dieses Thema nochmal intensiver annimmt. Es gab allerdings bereits Beiträge dazu, z. B. Christa Paul, Zwangsprostitution - Staatliche errichtete Bordelle im Nationalsozialismus (1994); siehe zuletzt auch Spoerer in DRZG, Bd. 9/2, S. 565.
In der Nazi-Gesellschaft war für Sexarbeiterinnen kein Platz...Wer denkt sich solche Sätze aus? [Du gewiß nicht, El Q!] Es gab auch zwischen 1933 und 1945 eine geduldete, wenn gleich scharf überwachte Prostitution in Deutschland, und sie wurde z. T. sogar staatlich gefördert: Die Wehrmacht hatte ihre eigenen Bordelle, ebenso die SS; Heinrich Himmler hatte 1937 die Bedeutung der Prostitution für die Bekämpfung der Homosexualität herausgestellt.
Und da es neben den Herrenmenschen auch noch die ausländischen Arbeitsvölker gab, erhielten auch die Fremdarbeiter ihre eigenen Bordelle: "Bis Ende 1943 waren in Deutschland etwa 60 solcher Bordelle mit etwa 600 Prostituierten eingerichtet worden, weitere 50 waren in dieser Zeit in Bau" (Ulrich Herbert, Fremdarbeiter [1999], S. 236).
02. Jul 2009 um 15:52
Und wenn es anders wäre, hätte man es heimlich gemacht.
Das älteste Gewerbe der Welt kann man nicht so einfach per Gesetz abschaffen.
Ich war noch nie in einem Puff, sollte ich mal ausprobieren, aber dazu bin ich sicher zu geizig.
02. Jul 2009 um 16:05
Interessant ist, dass die Wachmannschaften dort nichts zu suchen hatten. Andererseits, prüde ging es in der NS-Zeit auch nicht zu. Im Krankenhaus erzählte mir in den 80ern ein älterer Bettnachbar noch geradezu schwärmerisch, dass es allein in Paris über 300 Wehrmachtsbordelle gegeben haben soll. Man guckte freilich auch offiziell sehr genau darauf, allerdings nicht wegen der Moral, sondern wegen der gesundheitlichen Überwachung. Wer sich "etwas einfing", konnte sogar wegen Selbstverstümmelung belangt werden.
In Nordafrika sollen 1942/43 zeitweise über 20% der GIs`deswegen nicht einsatzfähig gewesen sein.
02. Jul 2009 um 16:22
...dass es allein in Paris über 300 Wehrmachtsbordelle gegeben haben soll.
Nicht zu vergessen die Atlantikhäfen (ich denke da an Buchheims Schilderungen).
Wehrmachtsbordell ? Wikipedia
Insa Meinen: Wehrmacht und Prostitution im besetzten Frankreich