In der Nazi-Gesellschaft war für Sexarbeiterinnen kein Platz, doch die SS zwang Frauen im KZ zur Prostitution. Ein Forscher hat deren Schicksale nun recherchiert.

Die Geschichte des Dritten Reiches gilt als der am besten erforschte Zeitraum in der deutschen Vergangenheit. Doch auch mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Hitler-Regimes, entdecken Historiker neue Fakten.

Eine im Juni veröffentlichte Doktorarbeit lenkt nun die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen nur wenig bekannten Aspekt der nationalsozialistischen Unterdrückung: Sie schildert das Schicksal von Zwangsprostituierten, die in den Bordellen der Konzentrationslager arbeiten mussten.

Zwar wissen Geschichtswissenschaftler seit Jahren, dass es in zehn Konzentrationslagern sogenannte Sonderbaracken gegeben hat, in denen weibliche KZ-Häftlinge sich im Auftrag der SS prostituieren mussten. Ihre Kunden waren ausschließlich Mithäftlinge, die den Bordellbesuch als Auszeichnung, als Sonderprämie bekamen. SS-Männern war der Besuch des Lagerbordells nicht gestattet. Doch über die Frauen, die dort arbeiten mussten, wusste man bisher kaum etwas.
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