Im oberbayerischen Unterhaching handelten die Mächtigen schon im 5. Jahrhundert mit Preziosen aus Indien und China - wie die Auswerung von Grabfunden ergab.

Vor vier Jahren sind beim Bau eines Bauernhofs im Münchner Nachbarort Unterhaching zehn Gräber aus dem 5. Jahrhundert zum Vorschein gekommen. Schnell ahnten die Archäologen, dass sich dieser Fund als außergewöhnlich erweisen könnte. Die Gräber waren von Plünderern verschont geblieben, die Beigaben fielen aus dem gewohnten Rahmen.

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Nach jahrelangen Untersuchungen und Analysen stellte sich nun heraus, dass tatsächlich ein Sensationsfund vorliegt, der ein strahlendes Licht auf eine ziemlich im Dunklen liegende Zeit wirft. "Die Grabbeigaben stellen alle bisherigen Funde in Bayern aus dieser Zeit in den Schatten", sagt Jochen Haberstroh vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Noch längst ist der Fundkomplex nicht vollständig ausgewertet, aber eines steht fest: Einige Familien, die vor 1500 Jahren am Hachinger Bach gewohnt haben, importierten bereits damals Stoffe und Schmuck aus China und Indien. Noch bevor sich also die ersten Bajuwaren breitmachten, sind in Oberbayern bereits Spuren einer frühen Globalisierung und weitreichender Handelsbeziehungen erkennbar. Außerdem lassen die Grabbeigaben keinen Zweifel daran, dass die Toten aus Unterhaching Christen waren - lange bevor iro-schottische Wandermissionare ins Land reisten, um die Bayern zu bekehren.
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