Aug 02
2009
Der Bernstein-Wahn
News in Kunstgeschichte 1 Kommentar »[b]Das Bernstein-Kabinett treibt manchen Schatzsucher in den Wahnsinn. Seit Jahrzehnten fahnden Bauern, Politiker und Geheimdienstler nach dem wertvollen Zimmer, das Peter dem Großen gehörte.[/b]
Sie sind nicht gerade vorteilhaft, die himmelblau-weißen Plastiksäckchen, die jeder Besucher des Katharinenpalastes bei Sankt Petersburg über seine Schuhe ziehen muss. Das Parkett müsse geschont werden, das sei besser so.
Es soll eine Bitte sein, aber aus dem Mund der voluminösen russischen Palast-Aufseherin klingt jeder Satz wie eine Drohung. Also stülpen sich alle kurzbehosten, schwitzenden Touristen brav die Überzieher über ihre Sandalen. Fortan umhüllt ein leichtes Schleifgeräusch die Besuchergruppe, himmelblau-weißer Plastik auf Parkett.
Das Ziel aller Touristen, ob russisch, deutsch oder italienisch ist Zimmer acht, zweite Etage. So schleift die Gruppe ungerührt palavernd durch den prächtigen großen Saal, durch verschiedenfarbige Speisesäle, bis endlich Zimmer acht, zweite Etage kommt, das Bernsteinzimmer.
100 Quadratmeter, die Wände glänzen vom Boden bis an die Decke in verschiedenen Tönen, gelb, orange, rot, braun. Dazwischen goldene Kerzenleuchter, Spiegel, Gemälde. Als die Touristen das sehen, schweigen sie plötzlich, zu hören ist nur noch das Schleifen. Und eine bellende Aufseherin, die die Besucher schon bald wieder weitertreibt.
Die Bernsteinzimmer-Sucht
Nein, es ist hier in Petersburg nicht das echte Bernsteinzimmer. Ein Nachbau, nicht mehr, nicht weniger. Das Original, das suchen sie noch, die Schatzgräber dieser Welt. So viele hat der Wahn erwischt, die Bernsteinzimmer-Sucht. Bauern, Politiker, Geheimdienstler, Chefredakteure.
Das Bernsteinzimmer - im Herbst 1716 schenkt es der preußische König Friedrich Wilhelm I. dem russischen Zaren Peter dem Großen: Wandverkleidungen für ein ganzes Zimmer, vollständig aus Bernstein, dazu verschiedene Mosaike, Spiegel, Gemälde, Möbelstücke.
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Sie sind nicht gerade vorteilhaft, die himmelblau-weißen Plastiksäckchen, die jeder Besucher des Katharinenpalastes bei Sankt Petersburg über seine Schuhe ziehen muss. Das Parkett müsse geschont werden, das sei besser so.
Es soll eine Bitte sein, aber aus dem Mund der voluminösen russischen Palast-Aufseherin klingt jeder Satz wie eine Drohung. Also stülpen sich alle kurzbehosten, schwitzenden Touristen brav die Überzieher über ihre Sandalen. Fortan umhüllt ein leichtes Schleifgeräusch die Besuchergruppe, himmelblau-weißer Plastik auf Parkett.
Das Ziel aller Touristen, ob russisch, deutsch oder italienisch ist Zimmer acht, zweite Etage. So schleift die Gruppe ungerührt palavernd durch den prächtigen großen Saal, durch verschiedenfarbige Speisesäle, bis endlich Zimmer acht, zweite Etage kommt, das Bernsteinzimmer.
100 Quadratmeter, die Wände glänzen vom Boden bis an die Decke in verschiedenen Tönen, gelb, orange, rot, braun. Dazwischen goldene Kerzenleuchter, Spiegel, Gemälde. Als die Touristen das sehen, schweigen sie plötzlich, zu hören ist nur noch das Schleifen. Und eine bellende Aufseherin, die die Besucher schon bald wieder weitertreibt.
Die Bernsteinzimmer-Sucht
Nein, es ist hier in Petersburg nicht das echte Bernsteinzimmer. Ein Nachbau, nicht mehr, nicht weniger. Das Original, das suchen sie noch, die Schatzgräber dieser Welt. So viele hat der Wahn erwischt, die Bernsteinzimmer-Sucht. Bauern, Politiker, Geheimdienstler, Chefredakteure.
Das Bernsteinzimmer - im Herbst 1716 schenkt es der preußische König Friedrich Wilhelm I. dem russischen Zaren Peter dem Großen: Wandverkleidungen für ein ganzes Zimmer, vollständig aus Bernstein, dazu verschiedene Mosaike, Spiegel, Gemälde, Möbelstücke.
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02. Aug 2009 um 00:31
Sollen sie suchen, die bekloppten.
Bernstein ist ein gutes Feuerlichterloh.
Es ist weg und gut ists. Eingeschmolzen in der Geschichte. Da kann man heute noch Sommerlöcher mit füllen.