Aug 23
2009
Husarenritt in den Tod
News in Französische Revolution & Napoleonische Epoche 1 Kommentar »Der vergebliche Krieg des preußischen Majors Ferdinand von Schill und seiner Freischärler gegen Napoleon.
[IMG]http://images.zeit.de/bilder/2009/34/wissen/70-ferdinand-von-schill/70-ferdinand-von-schill-artikel-410.jpg[/IMG]
Eine historische Zeichnung zeigt den Tod des preussischen Husarenoffiziers Ferdinand von Schill (1776-1809) in der Altstadt von Stralsund am 31. Mai 1809. Schill, der einen Volksaufstand gegen die napoleonischen Truppen organisieren wollte, war bei Kämpfen gegen holländische und dänische Truppen ums Leben gekommen.
© Kulturhistorisches Museum der Hansestadt Stralsund/ddp
Im Frühling und Sommer des Jahres 1809 gibt es für die Berliner nur ein Thema, und das heißt: Schill. Ferdinand von Schill ist mit seinem Regiment in das Königreich Westphalen eingedrungen, jenen Staat, den Napoleon zwei Jahre zuvor in Mittel- und Norddeutschland geschaffen hat und den sein Bruder Jérôme regiert. Eigenmächtig, ohne den Befehl seines Königs, Preußens Friedrich Wilhelm III., ist Schill losgezogen und hat begonnen, gegen Napoleon Krieg zu führen – angesichts der strikten Disziplin, die im preußischen Heer herrscht, für die Zeitgenossen ein schier ungeheuerlicher Vorgang! Was nur hat ihn zu seiner spektakulären Aktion bewogen?
Dass er ein begeisterter Soldat ist, steht außer Frage. Dennoch hat der Erfolg in seinem Leben lange auf sich warten lassen. Geboren am 6. Januar 1776 in Wilmsdorf bei Dresden als Sohn eines Offiziers, trat er mit 14 Jahren in das Dragonerregiment Ansbach-Bayreuth ein. 1793 wurde Schill zum Leutnant (Seconde-Lieutenant) befördert. Diesen Rang behielt er 13 Jahre lang: Noch 1806 nannte man ihn spöttisch den ältesten Leutnant der Armee.
Doch dann wendet sich das Blatt. Während der Schlacht bei Auerstedt 1806, da Preußen im Kampf gegen Napoleons Heer untergeht, wird Schill verwundet – er erhält einen Säbelhieb über den Kopf. Er schlägt sich nach Kolberg an der Ostseeküste durch, wo er Ende Oktober 1806 eintrifft. Hier, in der Festung, die nicht vor den Franzosen kapitulieren will, beginnt für ihn ein kometenhafter Aufstieg. Am 26. Dezember 1806 wird er zum Premierleutnant befördert, am 13. Februar 1807 zum Rittmeister, am 30. Juni zum Major.
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Eine historische Zeichnung zeigt den Tod des preussischen Husarenoffiziers Ferdinand von Schill (1776-1809) in der Altstadt von Stralsund am 31. Mai 1809. Schill, der einen Volksaufstand gegen die napoleonischen Truppen organisieren wollte, war bei Kämpfen gegen holländische und dänische Truppen ums Leben gekommen.
© Kulturhistorisches Museum der Hansestadt Stralsund/ddp
Im Frühling und Sommer des Jahres 1809 gibt es für die Berliner nur ein Thema, und das heißt: Schill. Ferdinand von Schill ist mit seinem Regiment in das Königreich Westphalen eingedrungen, jenen Staat, den Napoleon zwei Jahre zuvor in Mittel- und Norddeutschland geschaffen hat und den sein Bruder Jérôme regiert. Eigenmächtig, ohne den Befehl seines Königs, Preußens Friedrich Wilhelm III., ist Schill losgezogen und hat begonnen, gegen Napoleon Krieg zu führen – angesichts der strikten Disziplin, die im preußischen Heer herrscht, für die Zeitgenossen ein schier ungeheuerlicher Vorgang! Was nur hat ihn zu seiner spektakulären Aktion bewogen?
Dass er ein begeisterter Soldat ist, steht außer Frage. Dennoch hat der Erfolg in seinem Leben lange auf sich warten lassen. Geboren am 6. Januar 1776 in Wilmsdorf bei Dresden als Sohn eines Offiziers, trat er mit 14 Jahren in das Dragonerregiment Ansbach-Bayreuth ein. 1793 wurde Schill zum Leutnant (Seconde-Lieutenant) befördert. Diesen Rang behielt er 13 Jahre lang: Noch 1806 nannte man ihn spöttisch den ältesten Leutnant der Armee.
Doch dann wendet sich das Blatt. Während der Schlacht bei Auerstedt 1806, da Preußen im Kampf gegen Napoleons Heer untergeht, wird Schill verwundet – er erhält einen Säbelhieb über den Kopf. Er schlägt sich nach Kolberg an der Ostseeküste durch, wo er Ende Oktober 1806 eintrifft. Hier, in der Festung, die nicht vor den Franzosen kapitulieren will, beginnt für ihn ein kometenhafter Aufstieg. Am 26. Dezember 1806 wird er zum Premierleutnant befördert, am 13. Februar 1807 zum Rittmeister, am 30. Juni zum Major.
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04. Dez 2009 um 11:01
Naja, "kometenhafter Aufstieg" ist schon reichlich übertrieben. Man hatte im Krieg von 1806 hohe Ausfälle und er hat sich gut geschlagen, so dass man um eine Beförderung kaum drum herum kam.
In Stralsund habe ich in ein paar Vitrinen etwas zu ihm gelesen und gesehen. Interessant ist auch überhaupt der desaströse Feldzug der Schweden von 1806 auf und bei Rügen. (Wenn ich mich recht entsinne wurde dort auch der Grund genannt, warum Schill so lange Leutnant blieb.)
Interessant ist auch, dass Schill Stralsund schon vom 1806er/07er Krieg her kannte.