Morgen läuft ein Film über die jüdische Hochspringerin Gretel Bergmann an, der die Nazis die Teilnahme an Olympia untersagten. ZEIT ONLINE hat mit der 95-Jährigen gesprochen.

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ZEIT ONLINE: Wie haben Sie reagiert, als Sie hörten, dass Ihre Geschichte verfilmt wird?

Lambert: Ich konnte es nicht glauben. Das alles ist doch schon so lange her, und eigentlich kannte niemand mehr meine Geschichte. Aber als ich hörte, dass jemand einen Film darüber drehen will, habe ich gesagt: wunderbar! Denn die Leute sollen wissen, was damals passiert ist. Denn wie die Nazis das alles inszeniert haben, war raffiniert – obwohl ich es hasse, dies zu sagen.

ZEIT ONLINE: Sie bezeichnen sich noch heute als Lockvogel.

Lambert: Das war ich doch auch. Die Nazis haben mich aus England zurückgeholt und in ihr Olympiateam für die Sommerspiele aufgenommen, weil die USA mit Boykott gedroht hatten, wenn nicht auch Juden die Chance auf einen Olympiastart bekämen. Als ich damals aus England nach Deutschland kam, habe ich meinen Namen überall in den Zeitungen gelesen. Später wurde mir klar, warum. Und an dem Tag, an dem das Schiff mit dem US-Team in New York abgelegt hatte, habe ich meine Ausladung bekommen. Nach außen hin hieß es, ich sei verletzt. Das war eine unverschämte Lüge.
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