Okt 13
2009
Die Mutter der modernen Universität: 200 Jahre Humboldt-Uni
News in Kultur- und Philosophiegeschichte Noch keine Kommentare »[b]1810 öffnete die Berliner Universität ihre Tore. Ihr Gründer Wilhelm von Humboldt konzipierte sie nur widerwillig und bezweifelte den Erfolg. Ein Rückblick zum Jubiläum.[/b]
Wie muss man sich Berlin ohne Universität vorstellen? Kann man sich Berlin ohne Universität vorstellen?
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Machen wir einen Zeitsprung und landen wir, zunächst einmal, im Jahr 1806. Ein Graus! Preußen hat die Schlacht bei Jena und Auerstedt gegen die Franzosen verloren, Napoleon ist durchs Brandenburger Tor einmarschiert, die Moral ist zerrüttet, die Finanzen am Ende. Berlin ist mehr Klein- als Weltstadt und weit davon entfernt, große Geister anzuziehen.
Alexander von Humboldt, der große Naturforscher, seit 1804 zurück aus Amerika, ist entsetzt, als König Friedrich Wilhelm III. ihm nahelegt, nach Berlin zu ziehen statt nach Paris. Als der Kosmopolit 1805 doch in die preußische Hauptstadt kommt, wird er prompt krank. "Es ist mir hier fürchterlich eng und tot", klagt er. Die Menschen seien so oberflächlich, "noch ärger als die Pflanzenöde und der blecherne graue Himmel über Berlin." Sobald er kann, kehrt Humboldt ins weltläufige Paris zurück.
Berlin hatte zwar auch damals mehr als märkischen Sand zu bieten. Ein wissenschaftliches Leben gab es durchaus, es gab die Bergakademie, die Vorläuferin der Technischen Universität, es gab die Akademien der Künste und der Wissenschaften, die Charité, die Bauakademie – Institutionen, an denen entweder nur geforscht oder aber nur Spezialisten ausgebildet wurden.
Und: Es gab die Salons! Ab 1780 die berühmten der Henriette Herz und der Rahel Levin, aber auch viele andere, weniger bekannte, in denen sich Bürgerliche und Adlige, Wissenschaftler, Literaten und Kaufleute trafen und im geselligen Gespräch ihre Meinungen und Kenntnisse weiterentwickelten. Denn auch das ist ja Bildung – das hat der Theologe Friedrich Schleiermacher sogar philosophisch begründet.
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Wie muss man sich Berlin ohne Universität vorstellen? Kann man sich Berlin ohne Universität vorstellen?
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Machen wir einen Zeitsprung und landen wir, zunächst einmal, im Jahr 1806. Ein Graus! Preußen hat die Schlacht bei Jena und Auerstedt gegen die Franzosen verloren, Napoleon ist durchs Brandenburger Tor einmarschiert, die Moral ist zerrüttet, die Finanzen am Ende. Berlin ist mehr Klein- als Weltstadt und weit davon entfernt, große Geister anzuziehen.
Alexander von Humboldt, der große Naturforscher, seit 1804 zurück aus Amerika, ist entsetzt, als König Friedrich Wilhelm III. ihm nahelegt, nach Berlin zu ziehen statt nach Paris. Als der Kosmopolit 1805 doch in die preußische Hauptstadt kommt, wird er prompt krank. "Es ist mir hier fürchterlich eng und tot", klagt er. Die Menschen seien so oberflächlich, "noch ärger als die Pflanzenöde und der blecherne graue Himmel über Berlin." Sobald er kann, kehrt Humboldt ins weltläufige Paris zurück.
Berlin hatte zwar auch damals mehr als märkischen Sand zu bieten. Ein wissenschaftliches Leben gab es durchaus, es gab die Bergakademie, die Vorläuferin der Technischen Universität, es gab die Akademien der Künste und der Wissenschaften, die Charité, die Bauakademie – Institutionen, an denen entweder nur geforscht oder aber nur Spezialisten ausgebildet wurden.
Und: Es gab die Salons! Ab 1780 die berühmten der Henriette Herz und der Rahel Levin, aber auch viele andere, weniger bekannte, in denen sich Bürgerliche und Adlige, Wissenschaftler, Literaten und Kaufleute trafen und im geselligen Gespräch ihre Meinungen und Kenntnisse weiterentwickelten. Denn auch das ist ja Bildung – das hat der Theologe Friedrich Schleiermacher sogar philosophisch begründet.
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