Okt 22
2009
»Lust auf Weltuntergang«
News in Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen 39 Kommentare »[b]Im November kommt ein neuer Katastrophenfilm von Roland Emmerich ins Kino. Diesmal soll die Erde im Jahr 2012 untergehen – sagen angeblich die alten Maya.[/b]
DIE ZEIT: Dem Kalender der Maya zufolge geht am 21.12.2012 angeblich die Welt unter. Sie entziffern die Schrift dieser Kultur. Müssen wir uns fürchten?
Nikolai Grube: Nein, denn diese Prophezeiung gibt es nicht, weder im Maya-Kalender noch an irgendeiner Stelle der Hieroglyphen-Inschriften.
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DIE ZEIT: Dem Kalender der Maya zufolge geht am 21.12.2012 angeblich die Welt unter. Sie entziffern die Schrift dieser Kultur. Müssen wir uns fürchten?
Nikolai Grube: Nein, denn diese Prophezeiung gibt es nicht, weder im Maya-Kalender noch an irgendeiner Stelle der Hieroglyphen-Inschriften.
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04. Dez 2010 um 20:14
Welche Bedeutung hatte er in der Gesellschaft der Maya?
War er wirklich nur den Priestern vorbehalten? Welchen Zweck diente er und wie war er aufgebaut?
05. Dez 2010 um 17:45
Ich kann Dir hierzu einen ausgezeichneten Aufsatz empfehlen:
Voß, Alexander, Astronomie und Mathematik, in: Grube, Nicolai (Hg.), Maya. Gottkönige im Regenwald, Köln 2000, S. 130-144.
Vielleicht kannst Du Dir ihn in einer Bibliothek besorgen, er ist im Gegensatz zu dem was man über Maya-Kalender im Internet findet (meine Güte, was habe ich da mit 2012 schon wieder verpasst? Die Welt geht unter und ich bekomme es als letztes mit. :grübel: ) vertrauenswürdig.
Daraus vielleicht nur kurz auf Deine konkrete Frage:
"In den astronomischen Phänomenen meinten die aj k'inob, die Kalenderpriester, das Wirken der kosmischen Wesen zu erkennen. Aus der Erfassung dieser Gesetzmäßigkeiten, denen der Mensch unterworfen war, leiteten sie Prognosen ab, mit deren Hilfe sie das Wirken der übernatürlichen Kräfte vorherzubestimmen suchten, um die Menschen auf kommende Ereignisse vorzubereiten."
06. Okt 2011 um 10:14
Grade gestern habe ich ein kleines Comic Büchlein über den Maya Kalender gelesen, das ich empfehlen kann.
Es war wohl so, dass das gemeine Volk nach dem Tzolkin, also dem 260 Tage dauernden "religiösen" Kalender lebte. Die Deutung dieses Kalenders beeinflusste stark das tägliche Leben, ohne dass da groß wahrgesagt werden musste, weil die Gottheiten der Tage recht klar bestimmten Ereignissen oder Tätigkeiten zugeordnet waren.
Den Haab, der das Sonnenjahr beschreibt, kannten (angeblich) nur die Priester, wobei man ja sagt, dass z.B. die Tage des UAYEB als Unglückstage angesehen wurden und das wahrscheinlich dem "gemeinen Volk" auch kommuniziert wurde.
06. Okt 2011 um 13:26
Ein Comic mit wissenschaftlichem Anspruch? Das wäre allerdings mal was neues. Falls es sich hierbei allerdings um ein "Unterhaltungswerk" der normalen Sorte handelt glaube ich kaum, dass du die dortigen Annahmen ohne weitere Überprüfung so akzeptieren kannst/darfst.
06. Okt 2011 um 14:41
Ein Comic mit wissenschaftlichem Anspruch?
Gibt es durchaus. Ich habe vor Jahren mal einen gelesen. Ging über Comics und wie sie funktionieren.
Wir sind natürlich an Wissenschaft in Form von Aufsätzen und Monographien, also Prosa, gewöhnt und es dürfte sicherlich bei den meisten Themen eine Zusatzherausforderung sein, die besondere Kreativität erfordert, sie in Comicform darzustellen, aber der Anspruch ein wissenschaftliches Werk zu sein, wird durch den Inhalt, nicht durch die Form bestimmt.
06. Okt 2011 um 15:12
Warum sollte ein Comic weniger wissenschaftlichen Anspruch haben können? Wenn der Author gut recherchiert ist es doch egal, wie er es präsentiert.
Ich habe schon einiges über den Maya Kalender recherchiert und konnte in dem Comic keine Fehler entdecken, auch wenn manches ein wenig kindgerecht dargestellt oder formuliert ist.
Ob der Author selber wissenschaftlich recherchiert hat oder sich auf wissenschaftliche Werke gestützt hat kann ich nicht beurteilen. Ich spreche aber mit vielen Leuten, die jetzt im Moment buddeln oder lehren und die zu ganz vielen Sachen trotzdem nur Vermutungen anstellen können - insofern kann ein wissenschaftlicher Anspruch auch übertrieben werden.
Für mich macht es aber Sinn, dass der Tzolkin der Kalender des Volkes war, immerhin wird er ja auch heute noch eingesetzt. Auch würde ich es als wahrscheinlich erachten, dass nur wenige mit beiden Kalendern umgehen konnten und Vorhersagen erstellen, die die Kombination dieser Kalender voraussetzten.
Wie weit der Haab vor dem Volk "geheim gehalten" wurde weiß wahrscheinlich niemand wirklich.
Aber bei den Maya Kalendern ging es um Zyklen und Wiederholungen - ein Bauer, der nicht lesen oder schreiben konnte, konnte wohl kaum Ereignisse überblicken, die den Zusammenhang zwischen dem Tag der Aussaat und dem der Ernte überstiegen.
06. Okt 2011 um 15:21
Angesichts des letzten Posts greift meine obige Darstellung etwas zu kurz ("der Anspruch ein wissenschaftliches Werk zu sein, wird durch den Inhalt, nicht durch die Form bestimmt").
Reine Faktenwiedergabe reicht natürlich nicht aus, um den Anspruch der Wissenschaftlichkeit erheben zu können. Einige Formalia müssen schon erfüllt sein, z.B. dass Behauptungen belegt werden und dass es einen Mehrwert gibt.
06. Okt 2011 um 16:32
Völlig klar, dass ein Comic im Normalfall formal keinen wissenschaftlichen Anspruch erfüllen kann und will. Ob der ursprüngliche Poster das erwartete weiss ich auch nicht.
Trotz allem kann ein Buch oder Comic ohne wissenschaftliche Form durchaus "bessere" Informationen liefern. Ein Herr Grube ist sicher der Experte auf dem Gebiet, aber er kann nicht überall sein, alle Erkenntnisse berücksichtigen oder diese gar immer rückwirkend auf seine eigenen Publikationen anwenden.
Für den Normalsterblichen, der mal gerne was über den Maya Kalender wissen will ist also eine "populärwissenschaftliche" Darstellung, die vielleicht Sachen vereinfacht oder sich für eine bestimmte Interpretation entscheidet, sinnvoller als sich über das Studium von einer repräsentativen Anzahl von wissenschaftlichen Arbeiten ein "unabhängiges" Bild zu machen - was durchaus zu einem Fulltime Job ausarten kann.
07. Okt 2011 um 08:07
Die Behauptung, daß der 260 Tage Kalender der Maya eng mit der Agrarwirtschaft einerseits, andererseits mit der Mythologie in Verbindung steht, analysierte Rafael Girard in seinem einzigartigen Werk über "[I]Die ewigen Maya[/I] (Wiesbaden: Vollmer, 1969).
21. Okt 2011 um 10:06
Die Behauptung, daß der 260 Tage Kalender der Maya eng mit der Agrarwirtschaft einerseits, andererseits mit der Mythologie in Verbindung steht, analysierte Rafael Girard in seinem einzigartigen Werk über "[I]Die ewigen Maya[/I] (Wiesbaden: Vollmer, 1969).
Und was kam bei der Analyse heraus?
29. Okt 2011 um 15:00
@ El Quijote: möchtest du mich mit deiner Frage darauf aufmerksam machen, daß das Wort Analyse gegebenenfalls nicht angemessen ist?
Das wäre insofern nicht so abwegig, als daß Girard ethnographisches Material, beispielsweise vornehmlich Riten der Chortis oder Quichés, die er kennenlernen durfte, mit der Feldbestellung und deren religiöse Dramaturgie in enge Verbindung bringt, die Götter der Nachkommen der alten Maya mit denen ihrer Vorfahren korreliert sowie mit deren Mythos (zentral etwa [I]Popol Vuh[/I]) und Angaben der verschiedenen Codizes, aber auch mit den überkommenen Monumente der mesoamerikanischen Hochkultur.
Gute Beispiele rauszusuchen wäre ein großartiges Unterfangen, das ich derzeit nicht auf mich nehmen möchte, zudem ich bei der Betrachtung der verschiedenen ineinander verzahnten Kalendersysteme grundsätzlich den Überblick verliere. Daher kann ich mich nur mit Andeutung begnügen:
Der Autor beginnt mit der Beschreibung der Neujahrsritus der guatemaltekischen Chortís von Quetzaltepec, deren Kalender im übrigen ein feststehhender ist, d. h. daß ihr 260-Tage Kalender zwischen dem 8. Februar & 25. Oktober angesetzt und in eine Sonnenjahrzyklus (360 Tage plus der fünf traurigen Tagen eingebunden ist. Wie dem auch sei, der erste Tag des Jahres kennzeichnet die "erste Bewegung der Sonne" - meint einen "am Horizont wahrnehmbar werdenden Aufbruch des Gestirns von der Wintersonnenwende zur Sommersonnenwende nach dem scheinbaren Stillstand". In einem Tempel findet sich ein Teil der Pristerschaft ein, die als Zahlengott Sieben - der in Quetzaltepeque interessanterweise mit einem Kultbild des heiligen Franziskus symbolisiert ist - sowohl einen Gott der Fruchtbarkeit repräsentiert als auch anruft. An einem Zug nach Westen nimmt wiederum nur ein Teil der Priesterschaft teil, darunter auch eine junge Frau, die die Mondgöttin repräsentiere. Einer der Prister nimmt dabei die Funktion des 'Ersten' ein, womit er sowohl den ersten Tag oder auch die erste Sonne des Kalenders darstellt, und als dieser wiederum den ersten Träger des Jahres; Girard versäumt nicht in einer Anmerkung auf das Buch Chilam-Balam hinzuweisen, in dem beschrieben wird, daß der König am Uno Imix, dem Tag der Ankunft im Himmel, zum Westen des Brunnens (Brunnens, wo der Tempel steht... an diesem Tag, der 'der Erste' ist"; während dieses kulturellen Ritus wird u. a. ein kosmisches Diagramm gelegt usw. Mit derartigen Rituale zur "Wiedererschaffung der Welt und der Zeit" wird die Arbeitsperiode des Holzschlagen im Wald eingeleitet (20 Tage) und nach Beendigung des Rodens sollte das Abbrennen folgen, allerdings scheint das in Quetzaltepeque mangels Erlaubnis und eingeschränkter Bewaltung derzeit nicht mehr möglich gewesen zu sein. Die folgenden 20 Tage wäre als Arbeit die Ausstockung (Stoppeln, Entkrauten, Buschwerkentfernung) gewesen. Auch hier finden wieder Zeremonien statt usw.
Nicht alle Querverbindungen des Autoren mögen unmittelbar einleuchtend sein, manche gewiß spekulativ; manches seines Buches mag auch instruktiv auf die Mayaforschung und Hieroglyphenentzifferung gewirkt haben. So hatte etwa Eulalia Guzmán, seinerzeit Leiterin des Archivs des mexikanischen Nationalen Instituts für Antropologie & Geschichte zumindest schon Anfang der 1960er Jahre geschrieben: "Viele der Erläuterungen, die Rafael Girard in diesem hervorragenden Werk zur Symbolik und dem Ritual der Chortís gibt, könnten als Ausgangspunkt für eine korrekte Interpretation der Hieroglyphen und der künstlerischen Darstellungen der Bildwerke und Codizes diesen, deren realistische, willkürliche Auslegung zu irrigen historischen Spekulationen führte."
29. Okt 2011 um 15:41
@ El Quijote: möchtest du mich mit deiner Frage darauf aufmerksam machen, daß das Wort Analyse gegebenenfalls nicht angemessen ist? [/Quote]
Nö, dann hätte ich [I]Analyse[/I] in Anführungszeichen gesetzt. Die Frage war genau so gemeint, wie sie da steht.
04. Jan 2012 um 11:48
Was wirklich geschah:
04. Jan 2012 um 14:11
Was wirklich geschah:
Ich weiß, es sollte wahrscheinlich ein netter Witz sein: aber ich finde es einen schlechten, weil in der Karikatur leider nur ein eurozentrischer Blick sich nur lustig machen kann, bei Ignoranz kultureller Unterschiede.
Es handelt sich in der Graphik bekanntlich um den den Kalender-Stein der Azteken, dessen Bedeutung an sich schon kontrovers ist. Die aztekische Kalenderrechnung basiert zwar auf dem allgemeinen mesoamerikanischen Kalendersystem mit der Verquickung von Mond- und Sonnenjahren, aber sie hat nichts mit dem Long-Count der Mayas zu tun. Soweit zur Erklärung, warum ich das gerade einmal gar nicht witzig finden kann.
04. Jan 2012 um 14:31
na ja, lieber etwas Humor, als diese ständige Panikmache
04. Jan 2012 um 14:52
Das dann aber bitte im Smalltalk!
16. Jan 2012 um 18:48
Bei der Gelegenheit möchte ich euch darauf hinweisen, dass nach dem Maya-Kalender am 21. Dezember 2012 der WELTUNTERGANG ist!
Bereitet euch also schon gebührend darauf vor. :cry:
Maya Kalender - Der Weltuntergang und sonstige Prophezeiungen
Der 21. Dezember 2012 - Weltuntergang am 21.12.2012
16. Jan 2012 um 22:08
Bei der Gelegenheit möchte ich euch darauf hinweisen, dass nach dem Maya-Kalender am 21. Dezember 2012 der WELTUNTERGANG ist!
Bereitet euch also schon gebührend darauf vor. :cry:
In dem Zusammenhang ist mir zu Ohren gekommen, dass ernsthafte Diskussionen im Gange wären, den Tag der "Bescherung" dieses Jahr vorzuverlegen, damit das Geschenke kaufen einen Sinn macht! :grübel:
Versichert wird, dass es bei dieser Ausnahme bleibt, im nächsten Jahr ist dann wieder alles wie gewohnt :devil:
Grüße
exci
16. Jan 2012 um 23:25
In dem Zusammenhang ist mir zu Ohren gekommen, dass ernsthafte Diskussionen im Gange wären, den Tag der "Bescherung" dieses Jahr vorzuverlegen, damit das Geschenke kaufen einen Sinn macht! :grübel:
Versichert wird, dass es bei dieser Ausnahme bleibt, im nächsten Jahr ist dann wieder alles wie gewohnt :devil:
Grüße
exci
Ja ja. Und wenn wir dann noch nicht gestorben sind, dann werden noch mehr Weltuntergänge vorhergesagt. :devil:
Es scheint überhaupt ein großes Bedürfnis an solchen "Sensationen" zu geben, aber wehe, wenn es dann wirklich passiert... :grübel:
Ich habe vor kurzem einen interessanten Artikel dazu gelesen, den ich euch nicht vorenthalten möchte:
Die Apokalypse fällt aus
16. Jan 2012 um 23:28
Was ich allerdings erstaunlich finde, ist, dass sich überhaupt so viele die Mühe machen, zu erklären, dass der Maya-Kalender fehlinterpretiert wird und er nicht den Weltuntergang vorhersagt - so als würde die Prophezeiung, wenn sie wirklich eine wäre, schon eintreten.
16. Jan 2012 um 23:35
Was ich allerdings erstaunlich finde, ist, dass sich überhaupt so viele die Mühe machen, zu erklären, dass der Maya-Kalender fehlinterpretiert wird und er nicht den Weltuntergang vorhersagt - so als würde die Prophezeiung, wenn sie wirklich eine wäre, schon eintreten.
Wenn "Katastrophenprediger" sich genug Mühe machen, eine Katastrophe vorherzusagen und dabei auch noch versuchen, dies pseudowissenschaftlich zu untermauern, dann können seriöse Wissenschaftler dies nicht einfach so stehen lassen - ist doch auch klar.
Stell dir mal vor, ein Haufen Leute sagt einen Weltuntergang voraus und niemand widerspricht. Was würdest du da wohldenken?
16. Jan 2012 um 23:47
Ich fürchte, die meisten Weltuntergangsgläubigen lassen sich durch Wissenschaftler ohnehin nicht beirren. Das ist dasselbe wie bei Chronologiekritikern, Verschwörungstheoretikern und Esoterikern, denen ist auch egal, was die anerkannte Wissenschaft sagt, sie leben in ihrer eigenen Welt.
@ Moderation: Vielleicht wären die letzten paar Beiträge im Smalltalk besser aufgehoben ...
17. Jan 2012 um 01:32
Ich hab ja letzte Woche den Film "2012" gesehen... und just am Anfang zeigen sie doch die typische Sorte Weltuntergangspropheten in New York :devil: stilgetreu mit Pappschild "Das Ende ist nah"

Und am 22.12.2012 werde ich Abends ein Glas Wein trinken und Fernsehen. Ich prophezeie, dass es mit 90% Wahrscheinlichkeit ein Sissi-Film mit Romy Schneider sein wird, gezeigt auf Sat1 ..
17. Jan 2012 um 01:45
Ich hab mir jetzt den Link da oben mal angeschaut - das typische Esoterikzeugs halt, aber einer der weiterführenden Links ist so herrlich, der muss hier einfach rein:

Frankenpost
Ich lieg schon am Boden vor Lachen - genau so muss es sein!
17. Jan 2012 um 06:31
Ich gehe davon aus, dass die Maya nach ein paar Jahrhunderten Kalenderberechnung einfach kein Bock mehr hatten und dann aufgehört haben. Eine unendliche Tätigkeit bricht man immer irgendwann ab.

Schade, dass Cortes sie alle abgemurkst hat - sie hätten sich bestimmt gut amüsiert...
17. Jan 2012 um 06:51
Was ich allerdings erstaunlich finde, ist, dass sich überhaupt so viele die Mühe machen, zu erklären, dass der Maya-Kalender fehlinterpretiert wird und er nicht den Weltuntergang vorhersagt - so als würde die Prophezeiung, wenn sie wirklich eine wäre, schon eintreten.
Das halte ich für eine Fehlintepretation. Was du anspricht ist ein diskursiver Effekt. Tatsächlich müßte man sich anscheinend schon mehr bemühen, um das quasi-esoterische Schwadronieren über das Ende des Mayakalenders aufzuklären, denn obwohl es eigentlich schon ein alter Hut aus dem vergangenen Jahr ist, ist die Beteilgung in diesem Thread schlagartig über Nacht erstaunlich gestiegen!
Das gewährt zwar eine tiefen Einblick ins postmoderne Gemüt, aber besagt leider gar nichts über den Mayakalender, worum es in diesem Thread eigentlich ging - und eben nicht um eine - wie auch immer vermeintliche - Prophezeihung.
(Das Zitat stammt von Ravenik, meine Ausführungen beziehen sich aber so ziemlich auf alle Beiträge in diesem Jahr; Raveniks Vorschlag der Verschiebung zahlreicher Smalltalk-Beiträge habe ich an die Moderation weitergeleitet, nachdem meiner Bitte vor zwei Woche, sowas gleich im Smalltalk zu besprechen, nicht entsprochen wurde)
17. Jan 2012 um 12:03
Schade, dass Cortes sie alle abgemurkst hat - sie hätten sich bestimmt gut amüsiert...
Hier ist ja schon einiges an Blödeleien und/oder Unfug gepostet worden, aber irgendwo hat alles eine Grenze....
Mehrere Millionen Maya sind durchaus in der Lage, sich heute zu amüsieren.
17. Jan 2012 um 14:21
Nach der kompletten Verschiebung des Threads stehe ich ja wirklich als komplette Spaßbremse da :autsch:
17. Jan 2012 um 14:48
[IMG]http://25.media.tumblr.com/tumblr_l97u10NndC1qd3ppyo1_400.jpg[/IMG]
17. Jan 2012 um 15:14
Ich gehe davon aus, dass die Maya nach ein paar Jahrhunderten Kalenderberechnung einfach kein Bock mehr hatten und dann aufgehört haben. Eine unendliche Tätigkeit bricht man immer irgendwann ab.
Schade, dass Cortes sie alle abgemurkst hat - sie hätten sich bestimmt gut amüsiert...
Nicht nur, dass es noch Maya gibt, hatte Cortes nur am Rande mit den Maya zu tun. Die Unterwerfung der Maya ging auf das Konto von u. a. Montejo.
17. Jan 2012 um 15:47
Nicht nur, dass es noch Maya gibt, hatte Cortes nur am Rande mit den Maya zu tun. Die Unterwerfung der Maya ging auf das Konto von u. a. Montejo.
Meinst Du von den Montejos Francisco oder "el Mozo"?
Empedokles
17. Jan 2012 um 17:00
Nicht nur, dass es noch Maya gibt, hatte Cortes nur am Rande mit den Maya zu tun. Die Unterwerfung der Maya ging auf das Konto von u. a. Montejo. Und der hat sie auch nicht sehr gründlich erobert.
Der südliche Teil des heutigen Mexikos so wie Honduras, wurden nur dünn an der Küste so wie an wenigen Orten im Inneren besetzt. Nach der Unabhängigkeit haben sich diese Gegenden dann prompt von Mexiko unabhängig gemacht und die wenigen spanischstämmigen Bewohner verjagt. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang des 20. wurden die Mayas endgültig unterworfen.
Chan Santa Cruz ? Wikipedia
17. Jan 2012 um 18:31
Bitte verzeiht mir den etwas unqualifizierten Kommentar. :( Ich weiß wohl, dass ein großer Teil der heutigen Mittel- und Südamerikaner von der indigenen Bevölkerung abstammt; und im Fall Cortes danke ich für die Belehrung (der hatte ja eigentlich nur mit den Azteken zu tun).
Ich glaube aber mit dem Großteil der Vorredner übereinzustimmen, wenn ich sage, dass ich einen Weltuntergang 2012 für esoterischen Quatsch halte. Meine Meinung wird in der vorhin gezeigten Karikatur treffend zum Ausdruck gebracht.
17. Jan 2012 um 19:25
Ich weiß wohl, dass ein großer Teil der heutigen Mittel- und Südamerikaner von der indigenen Bevölkerung abstammt; ...
So formuliert ist es nun auch wieder nicht richtig, da das auch auf Personen zutrifft, die irgendwann mal einen indigenen Vorfahren hatten, die sich aber nicht als indigen verstehen. Es gibt aber heute mehrere Millionen Menschen, die sich als Maya bzw als Angehörige eines Maya-Volkes definieren.
Ich war mal bei Wikipedia unterwegs:
17. Jan 2012 um 21:03
So formuliert ist es nun auch wieder nicht richtig, da das auch auf Personen zutrifft, die irgendwann mal einen indigenen Vorfahren hatten, die sich aber nicht als indigen verstehen. Es gibt aber heute mehrere Millionen Menschen, die sich als Maya bzw als Angehörige eines Maya-Volkes definieren.
Es ist wirklich ein merkwürdiges Phänomen, daß bei diesem Thema irgendwie plötzlich und scheinbar unwillkürlich auf jegliches Differenzierungsvermögen Verzicht geleistet wird. (Ich beklagte es ähnlich erst vor knapp zwei Wochen angesichts der nun oben zum zweiten Mal geposteten - mir drängt sich das Wort auf: infamen - Karikatur hinsichtlich einer anderen kulturellen Subdifferenzierung: http://www.geschichtsforum.de/621908-post15.html)
Ob es die emotionale Beteiligung ist, weil kollektive Ängste eine Rolle spielen, von denen jedes Jahrhundert irgendwie glaubt, sie längst rational überwunden zu haben?
17. Jan 2012 um 22:30
Es ist wirklich ein merkwürdiges Phänomen, daß bei diesem Thema irgendwie plötzlich und scheinbar unwillkürlich auf jegliches Differenzierungsvermögen Verzicht geleistet wird.
Es ist allerdings auch eine Frage des Wissens...
Ich kannte den Witz bereits aus einem Forum mit mehrheitlich indigenem Mitgliederkreis. Dort wurde darüber ordentlich abgelacht. Die User waren sich bestens darüber im Klaren, daß der Witz zwei Kulturen vermengt. Es gibt aber eine andere Herangehensweise, wenn die bei vielen Euros (also Europäern und Euro-Amerikanern) mangelnde Information über die Verschiedenheit indigener Kulturen - die indigene Personen mehr oder weniger täglich erleben -, einem Witz einen zusätzlichen 'Dreh' geben.
17. Jan 2012 um 23:16
Muspili...man kann sich ja gerne über das Unwissen der Leute aufregen, die Mayas und Azteken durcheinanderbringen...aber den Witz deswegen gleich als "infam" zu bezeichnen, finde ich etwas übertrieben.
Witzig ist er allemal.
17. Jan 2012 um 23:18
Es ist doch alles andere als ein eurozentrischer Blick, der in dieser Karikatur zum Ausdruck kommt. Ganz im Gegenteil: Jeder, der nur halbwegs Ahnung von der Kultur der Maya hat und sich mit der wissenschaftlichen Rezeption ihrer Kultur auseinandergesetzt hat, kann mit gutem Gewissen in schallendes Gelächter ausbrechen, angesichts der Tatsache wie dort gerade dem euro- (oder amero-?)zentrischen Blick der Spiegel vorgehalten wird.
Aussage der Karikatur ist doch gerade, dass das gesamte Gerede von irgendwelchen Maya(verschwörungs)theorien absolut überhaupt keine der Geschichte und Kultur der Maya entsprechende Basis hat.
18. Jan 2012 um 09:25
Muspili...man kann sich ja gerne über das Unwissen der Leute aufregen, die Mayas und Azteken durcheinanderbringen...aber den Witz deswegen gleich als "infam" zu bezeichnen, finde ich etwas übertrieben.
Zugegeben, aber ich schrieb nicht unbewußt, daß [I]sich mir[/I] der Begriff [I]aufdrängt[/I] - und nicht, daß sie es ist - und zwar aufgrund meines Empfindens im Kontext der Threadgeschichte.
Ursprünglich empfand ich sie einfach nur nicht witzig und fand es vor allem im Zusammenhang der Frage nach der materiellen Grundlage des Mayakalenders (Agrarkalender), der ja im übrigen an sich noch nicht einmal etwas mit dem Long-Count zu tun hat und von manchen Maya noch heute benutzt wird (oder zumindest noch vor einigen Jahrzehnten benutzt wurde), völlig unpassend.
Vielleicht hätte ich das auch schon vor zwei Wochen als weitere Ergänzung schreiben sollen, nachdem ich mich zur Karikatur äußerte.
Vor allem hätte ich aber wohl schon Anfang Januar explizit darum bitten sollen, daß der Thread-Teil mit der Karikatur (ab Beitrag # 14) verschoben wird, als ich nämlich für meinen Bemerkung, daß man sich über die Propherzeihung doch bitte im Smalltalk auslassen solle, auch noch eine negative Bewertung kassierte, was mich sehr ärgerte.
Als ich gestern sah, daß eine Verschiebung stattgefunden hat, um die ich morgens gebeten hatte, war ich allerdings alles andere als glücklich, weil ich es besser gefunden hätte, wenn er im Smalltalk gelandet wäre - allerdings ohne die vorhergehende Diskussion (Beiträge ## 2 - 13). Sie wurde aber komplett der Pressenachricht angehängt.
Was mich zu der Aufnahme des Wortes "infam" verleitete, war der emotional aufgeladene Eindruck, daß hier einer leider einer vernichteten Kultur, die nichts mit dem rekalkulierten Datum der "Prophezeihung" zu tun hat, eine Verwirrungsintention untergeschoben wird.
Es ist doch alles andere als ein eurozentrischer Blick, der in dieser Karikatur zum Ausdruck kommt. Ganz im Gegenteil: Jeder, der nur halbwegs Ahnung von der Kultur der Maya hat und sich mit der wissenschaftlichen Rezeption ihrer Kultur auseinandergesetzt hat, kann mit gutem Gewissen in schallendes Gelächter ausbrechen, angesichts der Tatsache wie dort gerade dem euro- (oder amero-?)zentrischen Blick der Spiegel vorgehalten wird.
Aussage der Karikatur ist doch gerade, dass das gesamte Gerede von irgendwelchen Maya(verschwörungs)theorien absolut überhaupt keine der Geschichte und Kultur der Maya entsprechende Basis hat.
Ich würde dir völlig recht geben, wenn der Karikaturist die für mich nicht unbedeutende Differenz zwischen einer von europäischen Eroberern vernichteten Kultur der Azteken und der schon vorher untergangenen Hochkultur der Maya beachtet hätte.
Ich räume ein, daß sich über den Begriff "Eurozentrismus" gegebenenfalls streiten läßt, aber mir persönlich fällt für die Tatsache, daß in diese Karikatur meiner Ansicht nach eben keinen Bezug zum Maya-Kalender hergestellt wird, kein passenderer ein: Sie bildet den aztekischen Kalenderstein ab, der nichts mit der langen Zählung der Maya zu hat.
Deine Interpretation hebt mein Argument gewissermaßen auf - aber mein Gefühl dabei leider nicht! Mir kann die Karikatur nur die Andeutung eines müden Lächeln entlocken - gerade aufgrund der traurigen Geschichte der Kolonialisierung Mittelamerikas und Vernichtung einer Zivilation und deren historischer Überlieferung.