Eine Gedankenreise in die Vorgeschichte unserer Art zeigt, was uns zu Menschenfeinden macht.

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Blick zurück in die Stammesgeschichte: Aggression erbte der Mensch von seinen Vorfahren – sie bescherten ihm die Furcht vor dem "Bösen", brachte aber auch die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens hervor

Sie sind absolut friedfertig. Die Stammesangehörigen der Mangyan können keiner Fliege etwas zuleide tun. Im Hochland der philippinischen Insel Mindoro leben diese Eingeborenen zwischen Süßkartoffel- und Maniokfeldern und kennen weder Mord noch Totschlag. Sie arbeiten nur gemächlich, statten sich häufig gegenseitig Besuche ab, verschwatzen generell viel Zeit.

In großen Häusern leben fünf Familien unter einem Dach, ohne Wände, aber mit vielen Feuerstellen. Zwanzig Mal am Tag wird gekocht. Gegenseitig biete man sich dann dampfende Süßgerichte an, berichtet der Völkerkundler Jürg Helbling. Eine poetische Szene, fast zärtlich, während draußen kalter Nebel und Regen den Blick auf die bewaldeten Berge nehmen. Gibt es das Paradies also doch? »Dieses Volk ist die absolute Ausnahme«, sagt Helbling. Dreimal hat er die Ureinwohner besucht, sie beobachtet und insgesamt zwei Jahre lang bei ihnen gelebt. »Danach«, sagt der Anthropologieprofessor der Universität Luzern, »hat mich dann die Regel interessiert.«
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