Nov 05
2009
Bühne der Freiheit am Berliner Alex
News in BRD | DDR Noch keine Kommentare »Die Großdemonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Berlin war die Generalprobe zur Wende – auch für die Mitarbeiter des Deutschen Theaters.
[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2009-11/berlin-alex-demo/berlin-alex-demo-540x304.jpg[/IMG]
Am 04.11.1989 kam es zu einer Massenkundgebung auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin
Hans Rübesame arbeitet überm letzten Treppenabsatz, unterm Dach. Das passt. Er ist ganz oben. Wo der Kopf sitzt. Wo die Erinnerung im Standby-Modus verharrt.
Wenn man ihn in Betrieb setzt, eine Frage stellt oder einen Auftrag erteilt, verschwindet er im Halbdunkel zwischen Regalen voller Schätze. Zwischen 150 Jahre alten Textbüchern, Bühnenmanuskripten, Rollen-, Souffleur- und Inspizierbüchern, Proben- und Vorstellungsprotokollen, Programmheften, Plakaten, Bildern. Rübesame ist Archivar des Deutschen Theaters in Berlin. Er ist dunkel gekleidet wie vor Jahrzehnten, als er Bibliotheks- und Musikwissenschaftler wurde. In seinem krausen Kopfhaar ringen graue Härchen um Aufmerksamkeit. Er trägt einen Vollbart. Er ist irgendwie zeitlos.
Den Auftrag, den er jetzt erledigt, hat er sich gewünscht. Er muss nicht tief ins Halbdunkel, um die Pappmappen zu holen, in denen der Herbst 1989 steckt und alles, was dazugehört. Der 4. November, jener Samstag, als das Deutsche Theater nicht an der Reinhardtstraße Theater spielte, sondern auf dem Alexanderplatz seine Vorstellungen wahr machte. Weil das genau 20 Jahre her ist, soll Rübesame einen Schaukasten zusammenstellen.
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[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2009-11/berlin-alex-demo/berlin-alex-demo-540x304.jpg[/IMG]
Am 04.11.1989 kam es zu einer Massenkundgebung auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin
Hans Rübesame arbeitet überm letzten Treppenabsatz, unterm Dach. Das passt. Er ist ganz oben. Wo der Kopf sitzt. Wo die Erinnerung im Standby-Modus verharrt.
Wenn man ihn in Betrieb setzt, eine Frage stellt oder einen Auftrag erteilt, verschwindet er im Halbdunkel zwischen Regalen voller Schätze. Zwischen 150 Jahre alten Textbüchern, Bühnenmanuskripten, Rollen-, Souffleur- und Inspizierbüchern, Proben- und Vorstellungsprotokollen, Programmheften, Plakaten, Bildern. Rübesame ist Archivar des Deutschen Theaters in Berlin. Er ist dunkel gekleidet wie vor Jahrzehnten, als er Bibliotheks- und Musikwissenschaftler wurde. In seinem krausen Kopfhaar ringen graue Härchen um Aufmerksamkeit. Er trägt einen Vollbart. Er ist irgendwie zeitlos.
Den Auftrag, den er jetzt erledigt, hat er sich gewünscht. Er muss nicht tief ins Halbdunkel, um die Pappmappen zu holen, in denen der Herbst 1989 steckt und alles, was dazugehört. Der 4. November, jener Samstag, als das Deutsche Theater nicht an der Reinhardtstraße Theater spielte, sondern auf dem Alexanderplatz seine Vorstellungen wahr machte. Weil das genau 20 Jahre her ist, soll Rübesame einen Schaukasten zusammenstellen.
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