Jan 28
2010
In Frankreichs Armen
News in Die großen Kolonialreiche Noch keine Kommentare »Vor 50 Jahren entließ Paris 14 afrikanische Staaten in die Unabhängigkeit. Doch die neu gewonnene Souveränität wurde für viele von ihnen nur zur Fortsetzung der Kolonialisierung mit anderen Mitteln – wie das Beispiel Gabun zeigt.
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Ein Kolonialsoldat lässt sich von Afrikanern durch den Busch tragen. Diese Zeichnung, etwa aus dem Jahr 1850, verdeutlicht, mit welchen Selbstverständnis die Kolonialisten ihre Macht demonstrierten
Das Jahr 1960 ist Afrikas annus mirabilis. Zwischen Januar und November entstanden 17 neue Staaten. Darunter waren allein 14 Länder, die zum französischen Kolonialreich gehört hatten, wie Niger, Mali und der Tschad. Wunderbar war dieses Jahr der sogenannten Entkolonialisierung vor allem für das französische West-und Zentralafrika, weil sie hier – anders als in Frankreichs Kolonien auf Madagaskar, in Indochina und Algerien – ohne Kampf und fast ohne Blutvergießen verlief.
Das Wunder hat eine längere Vorgeschichte, und die beginnt mit dem deutschen Sieg über Frankreich im Sommer 1940. Zur Stunde der Kapitulation befand sich der Brigadegeneral und Unterstaatssekretär Charles de Gaulle bereits in London und rief die Franzosen von dort aus via BBC zum Widerstand gegen die Besatzer auf. Der Akt erschien vielen als hilflos, verfügte de Gaulle doch über keinerlei Mittel, und so folgte denn auch nur eine kleine Minderheit seiner Landsleute dem Londoner Aufruf.
Hoffnung für de Gaulle kam aus Afrika. Im August 1940 erklärte der Gouverneur von Französisch-Äquatorialafrika, Félix Éboué, seine Solidarität mit dem Rebellen de Gaulle. Éboué war der erste schwarze Gouverneur in Frankreichs Geschichte. Bis 1943 distanzierten sich alle französischen Kolonien außer Indochina vom Vichy-Regime des Marschalls Pétain, das nach der Niederlage den nicht besetzten Teil Frankreichs beherrschte und mit Hitler kollaborierte.
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