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Eine Erinnerung an die Anfänge des politischen Karnevals und seinen Erfinder, den demokratischen Revolutionär Franz Raveaux.[/b]

Kölns Karneval ist ein Fest für alle. Das war immer so. Das galt schon im Mittelalter, als vor allem die Handwerkszünfte die Fastnacht ausrichteten. Ob reich, ob arm, alles feierte. Damals war Köln Deutschlands größte Stadt, die einzige echte Metropole. Der Glanz verging, der 1248 begonnene gotische Dom verwandelte sich eine gewaltige Bauruine. Doch dem Karneval blieb die alte Römerstadt durch die Jahrhunderte treu.
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Gerade die Armen mochten ihn nicht missen. So berichtet im Jahr 1800 naserümpfend ein auswärtiger Besucher, der Münchner Hofrat und Reiseschriftsteller Albert Klebe: »Alle Wirtshäuser ertönten von Musik und Gläserklang und dem Brüllen und Jauchzen des besoffenen Pöbels. Man sah hier nichts als Fuhrleute mit schmutzigen Kitteln, mit verzerrten Larven und lang herunterhängenden Haaren von Werg oder Flachs, Bauern in plumper, schmutziger Tracht, schmierige Caminfeger und altväterlich gekleidete Weiber. In diesem von Tabak, Punsch und Ausdünstungen duftenden Tumult trieb sich der Pöbel mit Entzücken herum.«

In jener Zeit gehörte Köln wie das gesamte Rheinland links des Stroms zu Frankreich. 1794 hatte sich die Stadt den Revolutionstruppen ergeben, 1801 waren im Vertrag von Lunéville die neuen Grenzen festgeschrieben worden. Der Traum manches freiheitlich gesinnten Kölner Bürgers von einer rheinischen, der »cisrhenanischen« Republik hatte sich nicht erfüllt, die vorbereitete Verfassung verschwand in der Schublade.
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