Feb 17
2010
Ist Sachsens jahrhundertealte Porzellangeschichte falsch?
News in Kunstgeschichte 4 Kommentare »Meißen/Lübeck. Die Historie des Meißener Porzellans muss nach 300 Jahren umgeschrieben werden. Davon ist Christof von Tschirnhaus überzeugt. Der Nachfahre des Universalgelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus sagt, seinem Ur-Ahn und nicht dem Alchimisten Johann Böttger gebühre der Titel Porzellan-Erfinder. Eine Tabakdose aus der Porzellan-Sammlung Dresden soll das beweisen. Doch die ist verschollen.
[IMG]http://www.freiepresse.de/MEDIEN/BILDER/65/27/3556527_FULL.jpg[/IMG]
Diese verschollene Tabakdose wird von Tschirnhaus zugeschrieben. Fand er schon lange vor Böttger das Geheimnis des Porzellans?
"Einer für alle! Alle für einen!" schworen die Musketiere, wenn sie die Degen kreuzten. Wenn in unserem Zeitalter zwischen zwei schon jahrhundertealte Schwerter nun ein drittes scheppert, hat das andere Gründe als Dreieinigkeit. "Drei forschten, nur einer erntet Ruhm, noch dazu der Falsche!" Das ist das Motto, unter dem der Lübecker Diamanten-Gutachter Christof von Tschirnhaus die Klinge kreuzt - mit den 1722 ersonnenen blauen Schwertern, die als ältestes Markenzeichen der Welt gelten: denen der Porzellan-Manufaktur Meissen.
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[IMG]http://www.freiepresse.de/MEDIEN/BILDER/65/27/3556527_FULL.jpg[/IMG]
Diese verschollene Tabakdose wird von Tschirnhaus zugeschrieben. Fand er schon lange vor Böttger das Geheimnis des Porzellans?
"Einer für alle! Alle für einen!" schworen die Musketiere, wenn sie die Degen kreuzten. Wenn in unserem Zeitalter zwischen zwei schon jahrhundertealte Schwerter nun ein drittes scheppert, hat das andere Gründe als Dreieinigkeit. "Drei forschten, nur einer erntet Ruhm, noch dazu der Falsche!" Das ist das Motto, unter dem der Lübecker Diamanten-Gutachter Christof von Tschirnhaus die Klinge kreuzt - mit den 1722 ersonnenen blauen Schwertern, die als ältestes Markenzeichen der Welt gelten: denen der Porzellan-Manufaktur Meissen.
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18. Feb 2010 um 14:45
Interessant, aber was nutzt das?
Würde das dem Renomée Meißens abträglich werden und vor allem im nachhinein? Denn damals war es ja schon extrem bedeutend (auch wenn man dennoch auch aus China importierte).
18. Feb 2010 um 20:10
Interessant, aber was nutzt das?
Würde das dem Renomée Meißens abträglich werden und vor allem im nachhinein?
Das sicherlich nicht, aber die Lehrbücher müssten umgeschrieben werden. Und dann kann der gut[FONT=Verdana]e Christof von Tschirnhaus wieder [/FONT]ruhig schlafen.:autsch:
18. Feb 2010 um 23:02
Ich kann mir gut vorstellen, dass unter den Dreien, Böttger, von Tschirnhaus und Ohain hintergründige Gedanken aufkamen, wer bei Herstellung des richtigen Porzellan als Erfinder gelten wird. Denn Teamerfinder gab es damals mW noch nicht.
Solange kein Exemplar der Tabakdose gefunden und gerpüft ob Frittenporzellan oder echtes Porzellan, ist die Meldung ohne Substanz und veranlasst niemanden Geschichte umzuschreiben.
08. Mär 2010 um 00:49
Für ein paar Tage geisterte in Dresden die Schlagzeile "Briten wollen das europäische Porzellan erfunden haben" durch den Blätterwald. Und dann kam die "erlösende" Mitteilung von den "Experten": Sachsen bleiben Porzellan-Erfinder.
PS: Böttger kam doch eigentich aus Thüringen...