Mär 15
2010
Staatsfeind Nummer 1
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Er war Wissenschaftler, Kommunist und eine Ikone des Widerstands: Vor 100 Jahren wurde Robert Havemann geboren.[/b]
"Der GI (Geheime Informator – d. Red.) arbeitet bereits seit 1953 für unser Organ als Kontaktperson und brachte wertvolle Hinweise und Informationen über sein Institut und verschiedene Wissenschaftler. Vorher arbeitete er jahrelang mit einer sowjetischen Dienststelle zusammen." So heißt es im Bericht über die Anwerbung Robert Havemanns als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi am 24. Februar 1956, bei der er selbst seinen Decknamen "Leitz" vorschlug.
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Der renommierte Physikochemiker, Hochschuldekan und Abgeordnete der Volkskammer ist ein eifriger Zuträger und Denunziant. Eine 2005 erschienene Studie von Arno Polzin listet 62 Treffen Havemanns mit seinem Führungsoffizier auf. Er übergibt 146 Berichte, schwärzt angeblich 19 Mal andere Personen an, vorwiegend Wissenschaftlerkollegen.
Diese Details über Havemanns Spitzeleifer sind irritierend: War doch gerade das Jahr 1956 mit der Geheimrede Chruschtschows über die Stalin-Gräuel und dem Ungarnaufstand eine Art Erweckungsdatum für den am 11. März 1910 in München geborenen und 1935 in Berlin promovierten Wissenschaftler. Denn fortan wird der 1932 der KPD und 1951 der SED beigetretene Havemann sowohl in Parteiversammlungen als auch in wissenschaftlichen Gremien politische Widersprüche öffentlich benennen, Dogmatismus und Unfreiheit als Gründe für politische Erstarrung in den sozialistischen Ländern anprangern – und immer mehr Sympathisanten um sich scharen.
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Er war Wissenschaftler, Kommunist und eine Ikone des Widerstands: Vor 100 Jahren wurde Robert Havemann geboren.[/b]
"Der GI (Geheime Informator – d. Red.) arbeitet bereits seit 1953 für unser Organ als Kontaktperson und brachte wertvolle Hinweise und Informationen über sein Institut und verschiedene Wissenschaftler. Vorher arbeitete er jahrelang mit einer sowjetischen Dienststelle zusammen." So heißt es im Bericht über die Anwerbung Robert Havemanns als inoffizieller Mitarbeiter der Stasi am 24. Februar 1956, bei der er selbst seinen Decknamen "Leitz" vorschlug.
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Der renommierte Physikochemiker, Hochschuldekan und Abgeordnete der Volkskammer ist ein eifriger Zuträger und Denunziant. Eine 2005 erschienene Studie von Arno Polzin listet 62 Treffen Havemanns mit seinem Führungsoffizier auf. Er übergibt 146 Berichte, schwärzt angeblich 19 Mal andere Personen an, vorwiegend Wissenschaftlerkollegen.
Diese Details über Havemanns Spitzeleifer sind irritierend: War doch gerade das Jahr 1956 mit der Geheimrede Chruschtschows über die Stalin-Gräuel und dem Ungarnaufstand eine Art Erweckungsdatum für den am 11. März 1910 in München geborenen und 1935 in Berlin promovierten Wissenschaftler. Denn fortan wird der 1932 der KPD und 1951 der SED beigetretene Havemann sowohl in Parteiversammlungen als auch in wissenschaftlichen Gremien politische Widersprüche öffentlich benennen, Dogmatismus und Unfreiheit als Gründe für politische Erstarrung in den sozialistischen Ländern anprangern – und immer mehr Sympathisanten um sich scharen.
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