Mär 18
2010
Schimanskis Väter
News in BRD | DDR 6 Kommentare »[b]
Das Ruhrgebiet ist nicht nur Europäische Kulturhauptstadt 2010 – es ist auch eine multikulturelle Region, und das nicht seit gestern. Polen waren Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Einwanderer.[/b]
Kommissar Schimanski aus dem Tatort. Hausmeister Kaczmarek von der Mundart-Band Bläck Föös. Der Spießer Kowalski aus den Liedern von Pur. Mein lieber Kokoschinski. Polnische Namen gehören zur Ruhr-Region wie der Fußballclub Schalke 04, wo etliche polnischstämmige Fußballer spielten und spielen.
Die europäischen Großmächte schnappen sich im 18. Jahrhundert immer größere Territorien der im Innern zerstrittenen polnischen Adelsrepublik. Zuletzt, bei der Dritten Polnischen Teilung 1795, lassen Preußen, Österreich und Russland keinen polnischen Staat mehr übrig. Das aufstrebende Preußen verleibt sich große Regionen mit überwiegend polnischer Bevölkerung ein.
Deutschland wandelt sich vom Agrar- zum Industrieland, und in den neuen Industriegebieten wächst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Bedarf an Arbeitskräften. Überall ziehen Menschen vom Lande in die wachsenden Städte. Ins preußische Ruhrgebiet kommen in den 1870er und 1880er Jahren zudem viele Arbeitskräfte aus den Ostprovinzen Preußens, die zu einem großen Teil polnisch oder masurisch sprechen, sich jedoch als Untertanen des Deutschen Kaisers im 1871 gegründeten Reich frei bewegen können. Aber auch aus Russland und Österreich-Ungarn wandern viele ethnische Polen ein.
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Das Ruhrgebiet ist nicht nur Europäische Kulturhauptstadt 2010 – es ist auch eine multikulturelle Region, und das nicht seit gestern. Polen waren Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Einwanderer.[/b]
Kommissar Schimanski aus dem Tatort. Hausmeister Kaczmarek von der Mundart-Band Bläck Föös. Der Spießer Kowalski aus den Liedern von Pur. Mein lieber Kokoschinski. Polnische Namen gehören zur Ruhr-Region wie der Fußballclub Schalke 04, wo etliche polnischstämmige Fußballer spielten und spielen.
Die europäischen Großmächte schnappen sich im 18. Jahrhundert immer größere Territorien der im Innern zerstrittenen polnischen Adelsrepublik. Zuletzt, bei der Dritten Polnischen Teilung 1795, lassen Preußen, Österreich und Russland keinen polnischen Staat mehr übrig. Das aufstrebende Preußen verleibt sich große Regionen mit überwiegend polnischer Bevölkerung ein.
Deutschland wandelt sich vom Agrar- zum Industrieland, und in den neuen Industriegebieten wächst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Bedarf an Arbeitskräften. Überall ziehen Menschen vom Lande in die wachsenden Städte. Ins preußische Ruhrgebiet kommen in den 1870er und 1880er Jahren zudem viele Arbeitskräfte aus den Ostprovinzen Preußens, die zu einem großen Teil polnisch oder masurisch sprechen, sich jedoch als Untertanen des Deutschen Kaisers im 1871 gegründeten Reich frei bewegen können. Aber auch aus Russland und Österreich-Ungarn wandern viele ethnische Polen ein.
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18. Mär 2010 um 08:57
Der geistige Vater Schimanskis jedoch,
ist ein Ur-Schwabe
Felix Huby – Wikipedia
mir mit seinem "wahrhaft Thurgauer Name" recht gut bekannt.
18. Mär 2010 um 20:19
Danke El Q, vieles in dem Artikel wußte ich nicht und wo doch Migration eins meiner Lieblingsthemen ist.
Kannte vielleicht Helmut Schmidt diese Integrationsgeschichte auch nicht so genau?
18. Mär 2010 um 20:45
Der ZEIT-Artikel endet ein wenig plötzlich: Man hätte auch ruhig noch die 60.000 polnischen Zwangsarbeiter erwähnen können, die im Zweiten Weltkrieg im Ruhrbergbau "verdaut" wurden...
18. Mär 2010 um 20:57
Der geistige Vater Schimanskis jedoch,
ist ein Ur-Schwabe
mir mit seinem "wahrhaft Thurgauer Name" recht gut bekannt.
Muss ich mal sagen: gut, dass er die Schimanski-Reihe nicht behalten hat. Die Tatort-Kommisare aus seiner Feder (auch Bienzle!) mochte ich irgendwie nicht.
18. Mär 2010 um 21:20
Muss ich mal sagen: gut, dass er die Schimanski-Reihe nicht behalten hat. Die Tatort-Kommisare aus seiner Feder (auch Bienzle!) mochte ich irgendwie nicht.
Klar, Geschmackssache wie das meiste.
Der hat mittlerweile den reinsten Großbetrieb beieinander, zeitweilig 10 Ghostwriter die unter seinem Namen schreiben.
Ein richtiges "Röhrle" wie wir Schwaben sagen, und ich kenne ihn recht gut.:devil:
Edit: Den "Bienzle" mag ich auch nicht.
19. Mär 2010 um 17:00
Der ZEIT-Artikel endet ein wenig plötzlich: Man hätte auch ruhig noch die 60.000 polnischen Zwangsarbeiter erwähnen können, die im Zweiten Weltkrieg im Ruhrbergbau "verdaut" wurden...
Die haben ja nichts zur "Ethnogenese" des Ruhrpottlers beigetragen.