Apr 03
2010
Die Kannibalen von Herxheim: Mordermittlung an Opfern aus der Steinzeit
News in Frühzeit des Menschen 2 Kommentare »Ritualmorde in der Jungsteinzeit? Spektakuläre Knochen- und Keramikfunde geben Archäologen immer neue Rätsel auf.
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Archäologen werten Spuren in einem 7000 Jahre alten Grab im pfälzischen Herxheim als Zeichen von Massenkannibalismus
Die Arbeit der Archäologin Andrea Zeeb-Lanz gleicht in diesen Tagen der einer Kriminalistin. Für sie geht es um mögliche Ritualmorde, in bis zu 1000 Fällen, begangen vor etwa 7000 Jahren. Bereits im vergangenen Jahr machten die grausigen Knochenfunde aus dem pfälzischen Herxheim Schlagzeilen, denn an den menschlichen Überresten aus der Jungsteinzeit fanden sich zum Teil Beißspuren, wie Zeeb-Lanz und Kollegen damals im Wissenschaftsmagazin Antiquity schrieben. Bis heute sind sich die Forscher nicht einig, ob das ein Hinweis auf klassischen Kannibalismus ist – oder doch eher ein Indiz für steinzeitliche Rituale.
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03. Apr 2010 um 18:09
Eine Hungersnot? "Nein, an den Zähnen und Knochen haben wir nur in wenigen Fällen Anzeichen für Unterernährung gefunden." Der Vollständigkeit halber sollte man erwähnen, dass man nur die Knochen der Opfer (?), nicht aber die Knochen der Täter gefunden hat. Damit kann man nur sagen, dass erstere nicht unterernährt waren.
Ich erwähne dies, weil ich mir leichter vorstellen kann, dass Hungernde einen Akt von Kannibalismus begehen und ihn dabei religiös verbrämen, als dass man einen solchen Ritus ohne irgendeinen Bezug zur materiellen Welt "einfach so" erfindet.
Bei den im Artikel erwähnten Anasazi war offenbar ersteres der Fall. Es gab erst eine Hungersnot, dann gab es Kannibalismus, den hat man aber mit religiösem Rahmenwerk "zelebriert". So konnte das zum Überleben Notwendige getan werden, ohne die kulturelle und moralische Grundlage der Gesellschaft zu zerstören, d. h. zu vermeiden, dass man auch in den eigenen Augen zum Barbaren wurde.
03. Apr 2010 um 22:12
Nun ja,diese Vorderpfälzer galten nicht umsonst seit altersher als Gourmands der Sonderklasse

Aber im Ernst, ich meine vor ca. einem Jahr in einer Abhandlung/Doku über die Herxheimer Funde gelesen/gehört zu haben ,daß Herxheim eine Art Zentrum gewesen sein soll,in das auch bereits Verstorbene bzw.deren Knochen aus größeren Entfernungen bis 400 km gebracht worden sein sollen.Dann aber dürfte man sie dort nicht mal rituell angenagt haben,es sei denn,man wollte sich gleich daneben legen.