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Von den Nazis gnadenlos ausgebeutet, in der Heimat als "Verräter" verschrien: 65 Jahre nach Kriegsende kämpfen ehemalige sowjetische Kriegsgefangene um Wiedergutmachung - nicht nur um die materielle.[/b]

Die Erinnerung an seine Leidenszeit fällt Orich Witalij Michailowitsch noch immer schwer. "Das war ein Stück Land, umgeben von Stacheldraht, unter freiem Himmel, bewacht von Soldaten und Schäferhunden. Wir gruben uns kleine Erdhöhlen, damit wir uns hinlegen konnten. Viele starben an ihren Wunden oder verhungerten. Uns wurde verboten, den Schwachen auch nur ein bisschen der Suppe zu bringen. Sie wurden erschossen."

Wie Millionen anderer Rotarmisten war Michailowitsch während des Zweiten Weltkriegs in Kriegsgefangenschaft geraten - und wurde später in Deutschland zur Arbeit für die NS-Kriegsmaschinerie gezwungen. Eine Entschädigung oder symbolische Anerkennung für ihre Leiden haben die Überlebenden von der Bundesrepublik nie erhalten. Die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen sind die größte Gruppe derer, die auch Jahre nach dem Ende des Kriegs noch zu den "vergessenen Opfern" zählen.

Die Hoffnung der im Durchschnitt inzwischen 87 Jahre alten Männer, dass sich daran noch etwas ändern könnte, ist nicht besonders groß. Mehrere tausend von ihnen leben noch in Russland, Georgien, der Ukraine, Weißrussland oder Armenien. In ihrer Heimat wird ihr Schicksal kaum gewürdigt, denn sie wurden nach ihrer Rückkehr als "Verräter" beschimpft und oft sofort in sibirische Arbeitslager deportiert, weil sie für den faschistischen Todfeind gearbeitet hatten.
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