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Er entdeckte die Büste der Nofretete – und litt sein Leben lang darunter. Dabei war Ludwig Borchardt einer der größten Archäologen seiner Zeit. [b]

Es ist der 06. Dezember 1912 als der Archäologe Ludwig Borchardt jenen Fund macht, der sein Leben prägen soll. In dem abgelegenen Ort Amarna am Ostufer des Nils in Mittelägypten entdeckt der damals 49-Jährige die Büste der Nofretete. Was folgt, sind nicht etwa nur Ruhm und Ehre, sondern auch Anschuldigungen des Diebstahls und Zerwürfnisse.

Bis heute wird der geborene Berliner – wenn überhaupt – einzig und allein im Nofretete-Kontext wahrgenommen. Was er für die deutsche Wissenschaft sowie für die internationale Forschung zur Geschichte, Kultur und Religion Ägyptens geleistet hat, ist hingegen in den Hintergrund geraten. Dabei ist Ludwig Borchardt der Gründungsvater der deutschen Ägyptologie in Ägypten: Er etablierte die Bauforschung in der Archäologie, setzte hohe wissenschaftliche Standards für Ausgrabungen und verfasste die ersten Bände des Generalkatalogs des Ägyptischen Museums in Kairo.
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