Vor 20 Jahren gedachten Volkskammer und Bundestag erstmals gemeinsam des Volksaufstands von 1953. Die DDR wollte sich ihrer eigenen Geschichte stellen.


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Ein Archivbild vom 17. Juni 1953 zeigt Ost-Berliner, die mit wehenden Fahnen vom Ost-Sektor aus durch das Brandenburger Tor marschieren. Die sowjetische Besatzungsmacht schlug den Volksaufstand blutig nieder

Ende Mai 1990 beschloss die Volkskammer der DDR, das Wappen ihres Staates abzuschaffen. Zwei Wochen darauf, am 17. Juni 1990, schwenkten hunderte Demonstranten auf dem Ost-Berliner Gendarmenmarkt DDR-Fahnen mit eben jenem Hammer-Zirkel-Ährenkranz-Emblem, das einstmals die Einheit von Arbeitern, Bauern und "Intelligenz" beschwören sollte.

"Wir sind das Volk" riefen die mehrheitlich jungen Fahnenträger, die sich auf den Geist der Herbstrevolution von 1989 ebenso wie auf die Ideen des 17. Juni 1953 beriefen. Diese seien durch die "D-Mark aufgekauft" und "im Eilzugtempo niedergetrampelt" worden. Ein Grüppchen der Jungen Union hielt tapfer dagegen: "Jahre haben sie geschossen, jetzt gedenken die Genossen", hieß es auf ihrem Transparent. Im Sommer 1990 befand sich die DDR auf dem Weg in die Einheit, aber Einigkeit herrschte nicht.
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