Jul 02
2010
Vor 20 Jahren standen die Ostberliner Schlange
News in BRD | DDR 3 Kommentare »Mit der Währungsunion kam vor 20 Jahren die D-Mark. Viele empfanden das als Ende der Demütigung, auch wenn sich manche Bürgerrechtler um die "eigentlichen Ideale" der friedlichen Revolution betrogen fühlten.
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02. Jul 2010 um 09:03
Ich wohnte damals auf der Insel Hiddensee. Das "Westerlebnis" hatte ich mir bis zum 30. Dezember aufgehoben, das war die allerletzte Gelegenheit das sog. Begrüssungsgeld (100 DM) noch mitzunehmen. Gekauft habe ich mir eine Winterjacke und den Spiegel (Titelbild war der erschossene Karpaten-Diktator Ceaucescu). Dummerweise ging ich über die Oberbaumbrücke, dann landet man nämlich in Bl-Kreuzberg. Schrott, RAF-Graffitti, Türken. Ein Kulturschock.
EDIT: Die Kirche zahlte noch extra was für "Angestellte". Meine Ex-Freundin, in der DDR in einem evang. Pflegeheim tätig, nutzte das natürlich. War nicht mal erschlichen, ihr Laden (und Sie als Person) war in der DDR wirklich nicht systemkonform.
02. Jul 2010 um 09:21
Dummerweise ging ich über die Oberbaumbrücke, dann landet man nämlich in Bl-Kreuzberg. Schrott, RAF-Graffitti, Türken. Ein Kulturschock.

Aber bestimmt ein angenehmer?
Ich finde Kreuzberg sensationell. Allerdings war ich erst 10 nach Mauerfall dort.
Mein erster Schritt in den Westen war am Frankfurter Hauptbahnhof(Main). Und ich werde meine ersten Gedanken nie vergessen.
Ich trat aus dem Zug und dachte: " Na hier ist es ja genauso dreckig wie auf dem Leipziger HBF."
Dennoch war ich natürlich von der Wucht der neuen Einflüße für alle Sinne beeindruckt, als ich dann über den Römer ging...
03. Jul 2010 um 01:51
Die Währungsunion war ja nun etwa ein 3/4 Jahr nach der Maueröffnung. Für mich als "Randberliner" war da Westberlin schon nichts neues mehr. Ich bin schon gleich am 10. November ´89 nach West-Berlin und hab mir an dem Wochenende einiges angeschaut und bin auch danach noch ziemlich oft "rüber" gefahren. Ich habe mir auch die 100 DM Begrüßungsgeld abgeholt, aber weil wir reichlich "Westverwandte" hatten, verfügte ich darüber hinaus auch über noch mehr "Westgeld". Bei einem Bummel durch Berlin mit meinem Kumpel ist mir aber eines sehr gravierend aufgefallen.
Wir fuhren mit der S-Bahn, stiegen zuerst auf der West-Berliner Bahnhöfen aus und bummelten ein wenig und fuhren dann in den Osten rüber zum Alexanderplatz. Und da fiel mir der Unterschied besonders auf:
Während ich die Geschäftsstraßen im Westen als bunt und freundlich empfand, erschien mir selbst der Alex und die Geschäftsstraßen im Osten kurz vor der Währungsunion recht grau und irgendwie gar nicht freundlich.
Das war jedenfalls so mein Eindruck.