Die Luftschlacht um England ist heute wichtiger Bestandteil der britischen Geschichte. Im Sommer 1940 besiegte die zahlenmässig schwächere Royal Air Force die deutsche Luftwaffe nicht zuletzt dank einer professionellen Logistik.

Vor 70 Jahren tobte am Himmel über Südengland eine der erbittertsten Luftschlachten des zweiten Weltkrieges. Junge, kaum 20-jährige britische Piloten kämpften in ihren Hurricanes und Spitfires gegen ihre oft gleichaltrigem deutschen Gegner. Die «Battle of Britain» ist heute Teil der englischen Geschichte, Churchills «the few» sind nach 70 Jahren fast zu einem Mythos entrückt.

Es ist unbestritten, dass in der Luftschlacht um England die Nazi-Luftwaffe nach ihrem triumphalen Siegen über die schwache polnische Luftwaffe 1939 und die desorientierten französischen Luftstreitkräfte zum ersten Mal eine deutliche Niederlage erlitten hatte. Die grossmäuligen Ankündigungen des deutschen Reichsmarschalls Hermann Göring, die Luftwaffe werde die Royal Air Force (RAF) in wenigen Wochen am Boden und in der Luft vernichten, hatten sich als reines Wunschdenken herausgestellt.

Rückblickend kann gesagt werden, dass die Luftschlacht um England für die Deutschen schon verloren war, bevor der zweite Weltkrieg überhaupt begonnen hatte. Görings Luftwaffe flösste zwar zu Beginn des Krieges ihren Gegnern Angst und Schrecken ein, war strategisch gesehen aber mehr ein Unterstützungsmittel der Wehrmacht im Blitzkriegkonzept der deutschen Generäle. So verfügte die Luftwaffe über keine grossen strategischen Bomber und eine eher kleine Jagdwaffe, die aber mit der Messerschmitt Bf109 hervorragend ausgerüstet war.
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