Der legendäre African National Congress, Südafrikas Freiheitspartei, feiert in diesen Tagen seinen 100. Geburtstag. Doch was ist nur aus ihm geworden?


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Auf einem Protestmarsches im Oktober 1989 in Johannesburg fordern Demonstranten die Freilassung inhaftierter Mitglieder des African National Congress.

Beginnt diese Geschichte in einem windschiefen Schuppen? Oder – wofür mehr spricht – in einer alten methodistischen Kirche? Die Chronisten sind sich nicht einig. Fest stehen nur der Ort und das Datum: Bloemfontein, 8. Januar 1912.

An diesem Tag versammelte sich in der verschnarchten Stadt auf dem südafrikanischen Highveld eine recht seltsame Männergesellschaft. Die Herren trugen Fracks oder Gehröcke nach britischer Mode, Gamaschen und Zylinderhüte. Sie parlierten in gewähltem Englisch oder Afrikaans. Dazwischen sah man traditionelle Stammesführer, die in ihren königlichen Leopardenfellen wie Exoten wirkten.

Es waren gebildete Schwarze aus allen Regionen Südafrikas, Lehrer, Pastoren, Buchhalter, Geschäftsleute und Journalisten. Der Dichter Sol Plaatje gehörte dazu, der Shakespeare in die Sprache Setswana übersetzt hatte, und der Rechtsanwalt Pixley ka Isaka Seme, ein vom Gedankengut des englischen Liberalismus beseelter Oxford-Absolvent.
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