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Ochtrup. Mit Hermann Scheipers hatten die Schutzengel viel zu tun: Der Prälat entging im Konzentrationslager Dachau mehrmals dem Tod. Nun ist der letzte Überlebende aus dem "Priesterblock" des KZ mit 102 Jahren gestorben. Eine Begegnung. Von Martina Stöcker[/b]

Hermann Scheipers ist der letzte Überlebende aus dem "Priesterblock" im Konzentrationslager Dachau. Auf Geheiß des SS-Reichsführers Heinrich Himmler wurden ab 1940 alle inhaftierten Geistlichen nach Dachau verlegt und in einem speziellen Block konzentriert. Knapp 3000 Geistliche aus aller Herren Länder waren in den drei Baracken untergebracht. Scheipers, der in Ochtrup geboren wurde und in Münster studiert hatte, war wegen der "Priesterschwemme" im Münsterland ins Bistum Meißen gegangen. Dort wurde er im Oktober 1940 inhaftiert, weil er verbotenerweise mit polnischen Zwangsarbeitern die Messe gefeiert hatte. "Scheipers ist ein fanatischer Verfechter der katholischen Kirche und deswegen geeignet, Unruhe in die Bevölkerung zu tragen. Daher weitere Schutzhaft im KZ Dachau", heißt es in seiner Gestapo-Akte. Im März 1941 wurde er in das Lager nahe München überstellt.
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