Archäologen haben das dritte antike Schlachtfeld in Deutschland gefunden, nach Kalkriese und Harzhorn. Wie hier 70 n. Chr. der Aufstand der Treverer scheiterte, lässt sich heute rekonstruieren.


Wer einen Feind aufhalten muss, sucht sich dafür am besten eine Stelle aus, die leicht zu verteidigen ist. Das wusste natürlich auch Iulius Valentinus, ein junger Treverer von ungestümem Gemüt. Im Jahr 70 n. Chr. führte er einen Aufstand der keltischen Stämme aus dem Gebiet der Mosel, gegen die römische Herrschaft an.

Während der innenpolitischen Wirren der vorangegangenen Jahre und des Vier-Kaiser-Jahres 68/69 hatte das Imperium Romanum Truppen aus den Provinzen abziehen müssen; viele Einheimische der unterworfenen Gebiete sahen ihre Chance, das Joch der Fremdherrschaft abzuschütteln. Doch der neue Kaiser Vespasian hatte keineswegs vor, Unruhe an den Rändern des Reiches zuzulassen – und schickte seinen Schwiegersohn Petilis Cerialis nach Germania inferior, um Ruhe zu schaffen.

Die Treverer hatten die Stadt Augusta Treverorum besetzt, das heutige Trier. Cerialis, der laut dem Historiker Tacitus "kampfbegierig" war, sammelte seine Truppen für die fällige Strafexpedition im Legionslager Mogontiacum, dem heutigen Mainz. Von hier aus musste er nach Trier gelangen, um Valentinus zu schlagen. Immerhin eine Strecke von fast 140 Kilometern oder gut fünf Tagesmärschen.

Um schnell von Mogontiacum nach Augusta Treverorum zu gelangen, gab es zwei Wege, beides natürlich römische Militärstraßen. Die eine, eine Talstraße, verlief teilweise entlang der Mosel; etwas flussabwärts des heutigen Ortes Riol passierte sie eine Engstelle zwischen den Steilhängen eines Bergrückens und dem Fluss. Diese Stelle konnt leicht besetzt und gehalten werden, auch gegen eine Übermacht.
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