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Eine Legende berichtet von einer gewaltigen Überschwemmung, die China vor 4000 Jahren heimsuchte. Nun wird klar: An dem Gründungsmythos der Kaiserzeit ist etwas dran.[/b]
Von Christoph Behrens

Am Oberlauf des Gelben Flusses gab es vor etwa 3900 Jahren eine gewaltige Überschwemmung, die zeitlich den Beginn der ersten Kaiserdynastie in China markieren könnte. Es handelte sich vermutlich um eine der verheerendsten Fluten, die der moderne Mensch je erlebt hat. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um den Archäologen Qinglong Wu von der Peking University im Fachblatt Science.

Bereits die ersten schriftlichen Quellen Chinas berichten von einer Überschwemmung, die mehrere Jahre angedauert haben soll. Den Überlieferungen zufolge zähmte erst der legendäre Herrscher Yu der Große die Fluten, indem er geordnete Kanäle für das Wasser anlegen ließ. Yu wurde dank seiner Verve zum Begründer der ersten Kaiserdynastie Xia, mithin des chinesischen Zentralstaats. Doch bislang fehlten schlagende Beweise für die Naturkatastrophe, manche sahen darin eher eine frühe Propaganda des Kaisertums.
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