Aug 24
2005
Vernichtung des "Anderen"
News in Die großen Kolonialreiche 1 Kommentar »Als sich der Völkermord an den Herero und Nama in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, voriges Jahr zum 100. Mal jährte, provozierte dies lebhafte wissenschaftliche und politische Debatten. Neben Symposien, Feuilletonartikeln, Rundfunk- und TV-Beiträgen sorgten politische Aktivitäten für Kontroversen: Dies gilt besonders für die öffentliche Entschuldigung, die die Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), bei ihrem Namibia-Besuch im Namen der Bundesregierung für das Kolonialverbrechen ausgesprochen hat.
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24. Aug 2005 um 12:41
[i]Zudem rüttelt die These von kolonialen Genoziden an der Singularität des Holocaust - so die Meinung einiger Historiker und vieler Opfer des Holocaust und ihrer Nachkommen. Ist eine vergleichende historische Genozidforschung daher überhaupt statthaft? Besteht überdies nicht die Gefahr, mit der Einbeziehung etwa kolonialer Verbrechen den Genozidbegriff unbotmäßig aufzuweichen?[/i]
Dieser Punkt, diese Kritik aus einer ganz unerwarteten Richtung traf einige Historiker, die sich z.B. vehement für eine Einordnung der Hererokrieges als Genozid einsetzten, ziemlich überraschend. Ein interessanter Aspekt der letztjährigen Diskussion, den ich schon früher in einem anderen Beitrag hier angesprochen hatte.